In einer Woche 111 Tonnen Sperrmüll. Amstetten: Bis zu 500 Meter lange Staus und lange Wartezeiten vor den Abfallsammelzentren.

Von Peter Führer. Erstellt am 29. April 2020 (05:10)
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Eva Zirkler, Wolfgang Lindorfer, Anton Kasser und Roland Poxhofer berichteten über die Abfallwirtschaft.
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Vom 15. März bis 13. April waren die Altstoffsammelzentren (ASZ) geschlossen. Jetzt sind diese (im Notbetrieb) geöffnet. „Die Schließung war aufgrund der Corona-Maßnahmen notwendig. Jetzt war es spannend, wie sich die Situation nach der Öffnung entwickelt“, erklärte gda-Obmann Anton Kasser bei einem Pressegespräch.

Dazu luden er, Stellvertreterin Manuela Zebenholzer, gda-Amtsleiter Wolfgang Lindorfer, Eva Zirkler (gda-Abteilungsleitung Klimaschutz) und Roland Poxhofer (gda-Altstoffzentren und Abfallberatung). Kasser informierte über einen gelungenen Start. „Es ist aber klar geworden, dass die Abfallwirtschaft zu den lebenswichtigen Bereichen gehört“, betonte Kasser.

Alttextilien sollen jetzt nicht entsorgt werden

Ein Sorgenkind ist der Bereich Alttextilien. „Pro Jahr haben wir 400 Tonnen Alttextilien, diese werden zu 30 Prozent wiederverwertet und zu 70 Prozent exportiert. Da der Export derzeit nicht möglich ist, bitten wir, Alttextilien jetzt nicht zu entsorgen“, appellierte Kasser.

Dass der Ansturm auf die ASZ enorm war, schilderte Roland Poxhofer. Er wies auf die große Bedeutung der 1-2-3-4-5-Regel (maximal ein Kubikmeter Abfall, zwei Meter Abstand, maximal drei Fahrzeuge gleichzeitig im Sammelzentrum, maximal vier Abfallarten pro Lieferung, maximal fünf Minuten Aufenthalt) hin. „Es hat bis zu 500 Meter lange Staus und Wartezeiten bis zu einer Stunde gegeben. Die Menschen waren aber sehr diszipliniert. Mittlerweile werden die Regeln von den Kunden allerdings zusehends großzügiger ausgelegt“, analysiert er.

Trotz gedrosseltem Einlass kamen 70 Prozent der Anzahl der Fahrzeuge beim Normalbetrieb. „In der ersten Woche wurden 111 Tonnen Sperrmüll entsorgt. Das sind 75 Prozent vom Maximum in der stärksten Woche bei Normalbetrieb. Wir sind am Limit, daher bitten wir, die Regeln weiter einzuhalten“, sagte Poxhofer.

Zum Thema Klimaschutz berichtete Eva Zirkler, dass der Bezirk jetzt zur „Klimawandel-Anpassungsregion ‚KLAR!‘“ wurde. „Wir wollen mit einigen Initiativen in den Gemeinden zur Bewusstseinsbildung beitragen. Es geht um ein Umdenken in Richtung Anpassung aufgrund von mehr Trockenheit, Hitze und Starkregen-Ereignissen“, führte Zirkler aus. Großes Thema wird die Wasserversorgung sein.