Internet-Betrüger luchste Frauen Geld ab. Internet-Betrüger finden auch im Bezirk Amstetten nach wie vor gutgläubige Opfer.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 04. Juni 2019 (04:30)
shutterstock.com/frank_peters

Die BAWAG-P.S.K.-Filiale Amstetten und das Bezirkspolizeikommando warnen vor Betrügern, die versuchen, Kunden Kontendaten zu entlocken. Zwischen 13. und 27. Mai erhielt eine etwa 40-jährige Frau aus dem Bezirk mindestens sechsmal ein Mail auf ihrem GMX-Mailaccount am Handy. In diesen Mitteilungen, die täuschend echt wie Informationen der BAWAG-P.S.K. aussahen, wurde das Opfer aufgefordert einen Link zu bestätigen, um angebliche Probleme bei der Übermittlung von Daten zu beheben. Nur so werde es möglich, eine wichtige Nachricht des Geldinstituts zu erhalten.

Letztendlich kam die Frau der Aufforderung nach. Das war natürlich ein großer Fehler, denn dadurch erhielten die Täter Zugang zur APP. Sie änderten die Kontodaten der Frau und überwiesen am 27. und 28. Mai jeweils mehrere hundert Euro per Western Union.

Als sich die Betrogene an die Bank und die Polizei wandte, war es bereits zu spät. Das Geld war schon behoben worden. Als Empfänger schien ein chinesisch klingender Name auf, der Geldbetrag war zudem in chinesischen Yen ausgewiesen. Die Aussichten der Frau, das Geld zurückzubekommen, sind praktisch gleich Null.

„Wir können nur immer wieder vor den Betrügern warnen. Banken senden sicher keine Mails, in denen sie ihre Kunden dazu auffordern, einen Link zu bestätigen. Und wenn man sich wirklich nicht sicher sei, dann sollte man sein Geldinstitut kontaktieren“, sagt Chefinspektor Ferdinand Humpl vom Bezirkspolizeikommando. Laut BAWAG-P.S.K. gab es im Bezirk noch einen anderen, ähnlichen Fall, bei dem die unbekannten Täter Geld ergaunerten.

Billige Waschmaschine auf Internetplattform

Aber auch auf andere Maschen der Betrüger fallen erstaunlicherweise noch immer Leute herein, obwohl die Polizei doch ständig davor warnt. So hat sich eine Amstettnerin kürzlich auf einer gefälschten Homepage eine Waschmaschine bestellt, die dort um rund 50 Prozent billiger angeboten wurde, als sie im Handel erhältlich ist. Sie hat das Geld im Vorhinein überwiesen, die Waschmaschine aber nie erhalten.

Ebenfalls auf einen Betrüger hereingefallen ist eine andere Amstettnerin. Sie bot im Internet eine Sitzbank um 800 Euro zum Verkauf an. Daraufhin meldete sich ein Texaner bei ihr, der das Möbelstück angeblich unbedingt erwerben wollte. Allerdings bat er sie, ihm die Transportkosten in Höhe von 2.000 Euro vorzustrecken. Er versprach ihr das Geld samt Kaufpreis nach Eintreffen der Ware zu überweisen und stellte ihr außerdem einen Gewinn in einer Lotterie in Aussicht.

Die Amstettnerin überwies dem Mann tatsächlich 2.000 Euro in Bitcoins – und hat seitdem nichts mehr von dem angeblichen Texaner gehört. Wo das Geld tatsächlich hinfloss, lässt sich schwer nachvollziehen, die Aussicht, es wieder zu bekommen, ist mehr als gering. Die Frau muss die 2.000 Euro letztlich wohl als Lehrgeld dafür abschreiben, bei Geschäften im Internet sehr vorsichtig zu sein.