Johann Jetzinger: „Im Dienst am Nächsten“. Johann Jetzinger trat 1974 den Preinsbacher Florianis bei und war unzählige Male für seine Mitmenschen im Einsatz. Am 18. November trat er in die Schutzmannschaft über.

Von Wolfgang Zarl. Erstellt am 29. November 2020 (06:22)
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Hans Jetzinger mit Kommandant Karl Etlinger und einer Statue des heiligen Florian. Auch nach seinem Übertritt in die Schutzmannschaft wird er den Aktiven bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Zarl/Archiv

Auch an seinem letzten Tag als aktiver Feuerwehrer war Johann Jetzinger noch im Einsatz: Am 18. November beging er seinen 65. Geburtstag, zu diesem Zeitpunkt treten Feuerwehrleute in die Schutzmannschaft über.

Jetzinger trat 1974 der Freiwilligen Feuerwehr Preinsbach bei und hatte von 2001 bis 2016 die Funktion des Vizekommandanten inne. In diese Ära fielen unter anderem die Anschaffung des Hilfeleistungsfahrzeugs (HLF 3), der Um- und Ausbau des Feuerwehrhauses und die Gründung der Jugendfeuerwehr. „Für mich bedeutet Feuerwehr der Dienst am Nächsten und Kameradschaft“, sagt Jetzinger, der nun den Dienstgrad Ehrenbrandinspektor führt. Außerdem leiste die FF Preinsbach einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag für das Dorf.

In Lebensgefahr hat sich Jetzinger nie gefühlt, obwohl er bei mehreren gefährlichen Einsätzen dabei war: dem Hochregalbrand bei der Neusiedler AG 2001, dem Schneeräumeinsatz in St. Georgen/Reith (2009) sowie dem einwöchigen Schnee- und Eiseinsatz im Rahmen des Katastrophenhilfsdienstes in Slowenien (2014). Einer der größten Einsätze der Preinsbacher Florianis war übrigens der Brand von Jetzingers eigenem Hofs am 3. November 1978.

Jetzinger gilt als sehr versiert in technischen Fragen. Der Landwirt aus Eisenreichdornach führt die Feuerbeschau bei Gebäuden durch und gibt sein Know-how gerne an die Jugend weiter. Auch in der Schutzmannschaft wird er bei Bedarf weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Jetzinger bekam mehrere hohe Auszeichnungen: Von der Gemeinde Amstetten erhielt der künftige Reservist die Verdienstmedaille in Gold (2008), vom NÖ-Landesfeuerwehrverband das Verdienstzeichen 2. Klasse in Silber oder vom Österreichischen Bundesfeuerwehrverband das Katastrophen-Verdienstzeichen für seinen Einsatz in Slowenien.

Jetzinger entstammt übrigens einer „Feuerwehr-Dynastie“: Sein Vater Franz war Feuerwehrkommandant von 1971 bis 1973, in diesem Jahr verunglückte er tödlich. Auch sein Bruder engagiert sich bei der FF Preinsbach. Und Jetzinger gab die Feuerwehr-Gene auch weiter: Sein Sohn Johann ist Zugskommandant, dessen Gattin Sandra ist ebenfalls Feuerwehrmitglied; Tochter Julia war bis zur Karenz zuständig für den Feuerwehrmedizinischen Dienst, ihr Mann Florian Tietze ist im Verwaltungsdienst. Schwiegersohn Stefan Haiden ist Gruppenkommandant. Auch die Enkerl von Johann Jetzinger sind bereits in der FF Preinsbach aktiv oder scharren in den Startlöchern.