Maskenpflicht in Zug "wird nicht kontrolliert“

Zugfahrerin ortet auf der Strecke Waidhofen – Amstetten fehlende Kontrollen des Mund-Nasen-Schutzes und der Tickets in Zügen. ÖBB reagiert auf die Vorwürfe.

Erstellt am 12. August 2021 | 05:24
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Symbolbild
Foto: privat

„Da mein Partner und ich die Strecke Waidhofen – Amstetten sehr häufig mit der ÖBB zurücklegen, möchte ich Ihnen meine Beobachtungen mitteilen. Immer wieder begegnen uns Passagiere ohne Mund-Nasen-Schutz, was laut Videobotschaft der ÖBB mit 40 Euro geahndet wird. Weiters sind ständig Personen ohne gültigem Ticket unterwegs, was diese oft auch noch lautstark verkünden.

Wo ist der ständige Zugbegleiter? Fährt denn auf dieser Strecke überhaupt noch einer mit?“, übt Petra Weber Kritik. Sie und ihr Mann hätten schon lange Zeit keinen Zugbegleiter mehr gesehen und es sei kein Wunder, wenn sich nur noch wenige Menschen an die geltenden Regeln halten. Kein Verständnis hat sie aus diesem Grund auch für die Ticketpreise.

„Ich frage mich, wie wir, als ehrliche Kunden der ÖBB, dazukommen, diese Löcher durch ständige Verteuerungen abzudecken. Allein durch Einnahme der Strafen könnte die ÖBB viele Unkosten abdecken. Mich verwundert der Unmut mancher Kunden nicht“, führt Weber weiter aus. Seitens ÖBB reagiert man auf die Vorwürfe. Im Zug gelte, wie Pressesprecher Christopher Seif betont, freilich die Verpflichtung, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

„Die Zugbegleiter kontrollieren das Tragen auch. Es liegt aber an allen, die Maßnahmen ernstzunehmen“, erklärt Seif. Wenn aber jemand kurz nach der Kontrolle den Schutz abnimmt, wenn der Zugbegleiter seinen Weg fortsetzt, dann könne man darauf eben nur schwer reagieren. Im Wesentlichen würden sich die Mitfahrer an die Regelungen halten.

„Das sieht man auch daran, dass österreichweit die Strafen im einstelligen Bereich liegen“, führt Seif aus. Und natürlich müssen alle Passagiere Zugkarten kaufen. „In Ausnahmefällen kann es allerdings sein, dass der Zugbegleiter, der auch andere Aufgaben hat, jemanden auf einer kurzen Strecke nicht kontrolliert. Etwa, weil es Verzögerungen durch unerwartete Ereignisse gibt, wenn zum Beispiel bei jemanden das Handy-Ticket nicht funktioniert“, erläutert Seif.