Neuer Frühling für Remise. Eigentlich schienen die Stunden des ehemaligen Gebäudes zur Wartung von Lokomotiven schon gezählt. Jetzt wird es umgebaut und zu einer Kommunikationsdrehscheibe.

Von Hermann Knapp. Update am 25. Juli 2017 (15:42)
Die Tage derRemise waren eigentlich schon gezählt, doch jetzt haben die ÖBB mit dem Gebäude große Pläne. Es soll sich in den nächsten Jahren zu einer Kommunikationsdrehscheibe mausern.
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Die Remise Amstetten sollte eigentlich im Mai 2017 abgerissen werden. Doch dann kam alles ganz anders. Stimmen wurden laut – vor allem auch aus den Reihen ehemaliger Eisenbahner – die für den Erhalt des Gebäudes eintraten. Die ÖBB beschlossen daraufhin, dem ehemaligen Wartungszentrum für Lokomotiven eine Chance zu geben.

„Gemeinsam mit der Agentur Mado haben wir die Remise von Oktober 2016 bis Mai 2017 mit einem sehr breit angelegten Programm bespielt, um einmal zu schauen, ob das Objekt überhaupt Interesse wecken kann. Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, berichtet Günter Sterlike von der ÖBB Immobilien GmbH.

Die Remise Amstetten: Die Gleise wurden bereits entfernt und spätestens 2019 soll eine große Umgestaltung starten. Eine Veranstaltungshalle, ein Kongresszentrum und Büros für neue innovative Unternehmen sollen dann darin Platz finden.
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Die Remise hat insgesamt eine Fläche von 4.500 Quadratmetern und ist in drei Abschnitte aufgeteilt. Diese drei Bereiche zu jeweils 1.500 Quadratmetern sollen künftig eine unterschiedliche Nutzung erfahren.

Ein Segment soll wie bisher Veranstaltungsraum bleiben und auch eine Gastronomie beherbergen. Im mittleren Bereich möchten die ÖBB ein Kongresszentrum mit Seminarräumen und einem größeren Tagungsraum etablieren. „Man glaubt gar nicht, wie groß der Bedarf nach derartigen Einrichtungen an Verkehrsknotenpunkten ist. Wir haben jetzt schon Anfragen von Firmen aus Wien und Linz“, berichtet Sterlike.

Umfangreiche Umbauten notwendig

Den dritten Teil der Remise will man kleinen innovativen Firmen zur Verfügung stellen, „Dabei geht es uns aber nicht darum, das 17. Startup-Zentrum zu errichten. Uns schwebt ein anderes Konzept vor. Natürlich werden die Firmen eigene Räume haben, aber es soll Bereiche geben, die sie gemeinsam nutzen – Küche, Sozialräume, Kommunikationszonen“, berichtet Sterlike. Zudem will man die jungen innovativen Unternehmer nicht im luftleeren Raum agieren lassen, sondern ihnen mit einem Mentoringprogramm etablierte Partner aus der Region zur Verfügung stellen.

„Unsere großen Firmen haben ja längst erkannt, dass im Zuge der digitalen Revolution auch für sie eine Öffnung notwendig ist und dass sie frische, kreative Kräfte und Ideen brauchen. In der Remise wollen wir genau dafür eine Begegnungsplattform bieten.“ Natürlich werden zur Umsetzung dieser Pläne in der Remise umfangreiche Umbauten notwendig sein – vor allem im Bereich des Kongresszentrums. Das Rondeau soll aber auf alle Fälle erhalten bleiben.

Bis zum Jahr 2019 wird die Umwidmung des Areals über die Bühne gehen (jene für den Bereich Gesundheit läuft bereits), dann wird der Umbau der Remise starten und bis 2021 abgeschlossen sein. „Das heißt also, dass wir sie noch zwei Jahre im Echtbetrieb testen können, bevor die Landesausstellung startet. Vor allem das Kongresszentrum wird dann natürlich für Begleitveranstaltungen genutzt werden“, sagt Sterlike.