Neues Buch: Zeitgeschichte vor Vergessen bewahrt. Mit seinem Buch erinnert der Autor an den Amstettner Widerstandskämpfer und Lokalpolitiker Karl Zehetner.

Von Otmar Gartler. Erstellt am 09. Dezember 2019 (06:00)
Der Autor und Rechtsanwalt Alois Zehetner veröffentlichte einen unbekannten Teil lokaler Zeitgeschichte.
Otmar Gartler

Mit dem Buch „Karl Zehetner im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ wird ein wichtiger Teil lokaler Zeitgeschichte vor dem Vergessen bewahrt. Das Werk befasst sich auch mit der österreichischen Freiheitsbewegung „Erika-Enzian“, und „soll eine Erinnerung an eine Generation sein, die einst bereit war, alles für Österreich zu geben“, sagt Autor Alois Zehetner.

Der in Amstetten als Rechtsanwalt tätige Sohn von Karl Zehetner engagiert sich gesellschaftspolitisch im Cartellverband. Als Ritter des Europäischen St. Georgs-Ordens liegt ihm die Geschichte Österreichs besonders am Herzen. Mit der vorliegenden Biografie wurde das Wirken Karl Zehetners erstmals wissenschaftlich dokumentiert. „Es war mir wichtig, diesen in seiner Heimatstadt fast vergessenen Widerstandskämpfer, einstigen Kommunalpolitiker und Unternehmer zu würdigen und sein Andenken für die Nachwelt zu erhalten“, sagt Alois Zehetner.

Ehrung für die Widerstandskämpfer

Ein Anliegen war es ihm aber auch, Persönlichkeiten wie Anton Orac, Landeshauptmann-Stellvertreter August Kargl, Karl Eckling und einen der führenden Köpfe der Freiheitsbewegung „Erika-Enzian“, Viktor Estermann, als Widerstandskämpfer in ihrer historischen Bedeutung zu ehren. „Ebenso wenig soll der ärztliche Widerstand in Wien, allen voran Albert Rheinberger, vergessen werden. Ein Großteil der angeführten Widerstandskämpfer gehörte den katholischen Studentenverbindungen an“, erklärt der Autor seine Motivation für das Buch. Die sehr aufwendigen Recherchen selbst seien ein Puzzle mit vielen Zufällen gewesen. Der 1915 geborene und 2005 im 91. Lebensjahr gestorbene Karl Zehetner wurde von Nationalsozialisten und während der sowjetrussischen Besatzung von den Kommunisten gleichermaßen verfolgt.

Während seines gesamten Lebens wurde er fünf Mal aus politischen Gründen inhaftiert. Aber er war auch ein Mann der ersten Stunde des demokratischen Neubeginns Österreichs. Der Verein zur Erforschung der Mostviertler Geschichte lädt am Donnerstag, 5. Dezember, 15 Uhr, im Hotel Exel zur Autorenlesung „Karl Zehetner und die Widerstandsgruppe Erika-Enzian“.