Erstellt am 01. Juni 2015, 11:15

von Hermann Knapp

Prüfung dauert bis zu drei Jahre. Bund untersucht im Bezirk Standorte von Firmen mit Gefährdungspotenzial.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Die Anrainer auf den Rütgersgründen, die in der Vorwoche ein Schreiben bekamen, dass ihre Anwesen in den Verdachtsflächenkataster des Umweltministeriums aufgenommen wurden, sind bei Weitem nicht die einzigen. „Wir schicken derzeit an die Gemeinde im Bezirk hunderte derartige Schreiben im Auftrag des Landes aus. Wir sind allerdings nicht involviert, sondern nur der Überbringer der Botschaft“, sagt Bezirkshauptmann Martina Gerersdorfer.

Laut Johann Punesch vom Amt der NÖ Landesregierung handelt es sich im Grunde um einen Routinevorgang. Es würden in Niederösterreich derzeit systematisch alle Flächen erfasst, wo einst Betriebe standen, die mit umweltgefährdenden Stoffen arbeiteten. Viele davon würden in den Verdachtsflächenkataster aufgenommen.

„Wenn das Geld vom Ministerium kommt, werden sie überprüft. Der Vorgang dauert aber bis zu drei Jahre, weil allein schon ein Jahr lang das Grundwasser beobachtet wird“, erklärt Punesch. Die Gemeinden sind verpflichtet für unbebaute Grundstücke, die in den Verdachtsflächenkataster aufgenommen werden, eine Bausperre zu erlassen, beziehungsweise in betroffenen Bereichen keine Umwidmung von Grünland in Bauland zuzulassen. Für bereits bebaute Flächen gibt es allerdings keine Einschränkungen. Bei Zubauten wird aber den Besitzern geraten, das Erdreich genau zu untersuchen.

Eigene Expertise kann Verfahren abkürzen

Wenn eine Genossenschaft ein Grundstück bebauen will, das in den Verdachtsflächenkataster aufgenommen worden ist, so muss sie nicht warten, bis die Prüfung abgeschlossen ist. Sie kann das Verfahren abkürzen, indem sie selbst eine Expertise über den Zustand des Erdreichs veranlasst. In der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes laufen derzeit übrigens die Telefone heiß: „Wir haben in der Causa eine Vielzahl von Anfragen“, sagt Punesch.