Radldieb rangelte mit Polizisten: Gefängnis!. 33-Jähriger stahl das Fahrrad seines Nachbarn. An der Gurgel packte er einen Polizisten. Nun muss er vier Monate absitzen.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 05. Dezember 2016 (08:26)
NOEN, APA (epa)
Symbolbild

„Das Radl hab’ ich nicht absichtlich gestohlen, ich hab’ geglaubt, dass das meines ist. Das wurde mir kurz davor geklaut“, erklärt ein 33-Jähriger aus Amstetten vorm Richter. Das Fahrrad eines Nachbarn ließ er aus dessen Kellerabteil mitgehen, als Polizisten ihn dann zur Rede stellten, rastete er aus.

„Hab ihn mit einem Wurf zu Boden gebracht“

Wegen Diebstahls und versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt sitzt der Mann nun auf der Anklagebank im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

Als der 33-Jährige mit dem gestohlenen Fahrrad unterwegs war, lief ihm sein Nachbar über den Weg. Und der erstattete sofort Anzeige. „Wir haben die Festnahme ausgesprochen. Der Angeklagte hat herumgeschrien und mir erklärt, dass ich zu blöd für meine Arbeit sei“, erzählt ein Polizist im Prozess.

Und weiters: „Mit den Augen hat er mich fixiert und hat mich am Hals gepackt. Er hat mit mir gerangelt, ich habe ihn mit einem Wurf zu Boden gebracht.“

„Er war äußerst aggressiv, wir haben ihn in die Verwahrungszelle gebracht“, berichtet dieser.

Richter: „Sie sollten einmal das Haftübel verspüren“

Das letzte Wort des Angeklagten? „Ich hab’ damals einen irrsinnigen Spiegel gehabt.“

Für Gerichte ist der 33-Jährige kein unbeschriebenes Blatt. Drei einschlägige Vorstrafen hat er bereits zu Buche stehen.

Der Richter wettert. „Sie sollten einmal das Haftübel verspüren, damit Ihnen das Unrecht vor Augen geführt wird“, sagt er zum Angeklagten und verhängt über den Unbelehrbaren vier Monate hinter schwedischen Gardinen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.