Rauch ist größte Gefahr. Wenn es brennt Schon zwei Todesopfer gibt es heuer nach Bränden zu beklagen. Feuerwehr gibt daher Tipps zum richtigen Verhalten im Ernstfall und rät zu Rauchmeldern.

Von Wolfgang Zarl. Erstellt am 10. Juli 2018 (02:56)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7305519_ams27ams_rauch_etlinger_schaub1.jpg
Abschnittskommandant-Stellvertreter Karl Etlinger und der Abschnittskommandant der FF Amstetten-Stadt, Stefan Schaub, zeigen anhand des
NOEN, „Rauchhauses“ Auswirkungen des Öffnens und Schließens von Türen im Brandfall. Offene Türen ermöglichen dem Rauch, sich zu verbreiten und noch mehr Schaden anzurichten. Daher gilt: Die Tür zum Brandraum

Brände haben in Amstetten heuer schon zwei Todesopfer gefordert. Im Februar ist ein 45-jähriger Mann bei einem Feuer in einem Wohnhaus in Hausmening ums Leben gekommen. Im Mai wurde eine 66-jährige Frau in Allersdorf von Angehörigen in ihrem Haus tot aufgefunden. Sie war an der Rauchentwicklung durch einen Glimmbrand ums Leben gekommen.

Für die Feuerwehr ist das ein Grund, wieder einmal auf das richtige Verhalten im Brandfall hinzuweisen, denn oft wird falsch reagiert. Ein Beispiel: „Bricht ein Feuer aus, soll man nicht alle Türen des Hauses öffnen, sondern vielmehr die Türen zum Brandherd schließen. Denn so bleibt der Rauch nur in diesem Raum“, sagt der Abschnittskommandant der FF Amstetten Stadt, Stefan Schaub. „Klar ist natürlich auch: Menschenrettung geht vor Brandbekämpfung.“

„Die „goldene Regel“ im Brandfall lautet: Alarmieren — Retten — Löschen! Die eigene Sicherheit hat dabei immer Vorrang.

FF-Kommandant Stefan Schaub

Die häufigste Todesursache bei Bränden ist der Erstickungstod. Jedes Jahr sterben in Niederösterreich zehn bis 15 Menschen nach Bränden in der eigenen Wohnung an einer Rauchgasvergiftung, mehr als 100 werden verletzt. „Wenn es brennt, sollte man umgehend den Feuerwehrnotruf 122 wählen und erst danach selbst einen Löschversuch starten – und nur, wenn dies noch ungefährdet möglich ist“, sagt Schaub.

Die Feuerwehr rät dazu, einen Feuerlöscher stets griffbereit zu haben. In den meisten Fällen reiche einer mit Wasserinhalt. Auf keinen Fall dürfe man damit allerdings brennendes Fett am Herd löschen. „Denn das würde nämlich zu einer Fettverbrennung führen, die mit einer wuchtigen Stichflamme eingeleitet wird. Dadurch würde sich das Feuer noch wesentlich rascher ausbreiten“, warnt Schaub. Durchschnittlich bricht jährlich in rund 1.000 privaten niederösterreichischen Haushalten ein Feuer aus. Häufigste Brandursachen: defekte Elektrik, offenes Licht und unsachgemäßes Hantieren mit Feuer.

In der Weihnachtszeit ist Brandgefahr hoch

Viele Brände bleiben unentdeckt, oft werden die Bewohner gar im Schlaf überrascht – eine tödliche Gefahr. „Rauchmelder können daher Leben retten. Die Kosten belaufen sich auf 25 bis 30 Euro. Das ist eine kleine Investition, mit großer Wirkung“, betont der Abschnittskommandant.

Rund um die Weihnachtszeit ist die Brandgefahr besonders hoch. Da müssen die Feuerwehren in NÖ jährlich etwa zu 40 Wohnungs- oder Zimmerbränden ausrücken. Grund: ausgetrocknete Bäume, die von Kerzen entzündet werden. Übrigens: Ein Löscheinsatz der Feuerwehr ist selbstverständlich nicht kostenpflichtig, selbst dann nicht, wenn das Feuer fahrlässig verursacht wurde.

Vor dem Verlassen der Wohnung raten die Florianis noch zu einem prüfenden Blick. Immer wieder kommt es vor, dass ein Topf auf dem heißen Herd vergessen wird und das Fett Feuer fängt. „Es ist daher auch ratsam, keine Geschirrtücher auf Herdplatten oder in deren Nähe abzulegen. Vor allem auch dann nicht, wenn sich Katzen oder Hunde frei in einer Wohnung bewegen. Nicht erst einmal wurde ein Geschirrtuch auf die Herdplatte oder den Saunaofen verschleppt und ist dann in Flammen aufgegangen“, sagt Schaub.

Umfrage beendet

  • Sollten Rauchmelder im Haus Pflicht sein?