Amstetten

Erstellt am 29. Dezember 2016, 04:17

von Doris Schleifer-Höderl

Rauchfangkehrer Ecker: „Bringe Menschen Glück!“. Seit 34 Jahren ist Franz Ecker Rauchfangkehrer. Jährlich legt er etwa 8.000 Kilometer zurück und betreut an die 1.500 Kunden in den Gemeinden rund um Amstetten.

Franz Ecker mit dem neuen Kalender, den er noch bis Mitte Jänner an seine Kunden austeilt. „Ich wünsche darüber hinaus auch allen NÖN-Lesern viel Glück und Gesundheit für 2017!“  |  NOEN, Doris Schleifer-Höderl

Wenn Franz Ecker kommt, dann freuen sich zumeist alle. Denn nach wie vor gilt der Rauchfangkehrer als Glücksbringer. Dies geht darauf zurück, dass die Feuerstelle im Haus schon immer der Lebensmittelpunkt einer Gemeinschaft oder Familie war und der Rauchfangkehrer dafür sorgte, dass alles funktioniert. „Immer wieder kommt es vor, dass mir auch auf der Straße die Leute die Hand geben oder an einem meiner Jackenknöpfe drehen wollen, weil dies ja nach der Tradition Glück bringen soll“, berichtet Ecker. Beim Austeilen der Jahreskalender zwischen Ende November und Mitte Jänner mit den Glückwünschen des Rauchfangkehrers wird er von den Kunden immer freudig begrüßt. „Das ist eben Brauch und wird von Generation zu Generation weitergegeben.“

Kinder sind von Kehrbesen & Co fasziniert

Oft hat er bei seiner Arbeit auch aufmerksame Beobachter. Kinder sind vom Kehrbesen, der Gummikugel, aber auch den digitalen Messgeräten fasziniert. „Und nicht selten kommt es vor, dass mir ein kleiner Bub oder ein kleines Mädchen als Assistent oder Assistentin auch behilflich ist“, schmunzelt Ecker. Er hat es noch nie bereut, Rauchfangkehrer geworden zu sein. 1982 hat er die Lehre begonnen, drei Jahre später legte er die Gesellenprüfung ab und 1994 die Meisterprüfung. Seit 2008 ist Ecker im Betrieb von Franz Buchrigler. Dieser hat die Firma Grabner übernommen, bei der Ecker zuvor schon zwei Jahrzehnte beschäftigt war.

Zu tun hat ein Rauchfangkehrer immer viel. „Ich überprüfe und reinige regelmäßig alle Feuerungs-, Kamin- und Heizkesselanlagen und kontrolliere mit Messgeräten den Schadstoffausstoß. Die Arbeit dient neben dem vorbeugenden Brandschutz auch dem Umweltschutz sowie dem Energiesparen“, berichtet Ecker.

Einmal war Ecker auch schon Lebensretter

Zu seinen Aufgaben gehört es aber auch, zu überwachen, ob in den Häusern die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden. Er führt Feuerbeschauen durch und berät bei Fragen rund ums Heizen. Jährlich legt Ecker an die 8.000 Kilometer zurück und betreut rund 1.500 Kunden in Amstetten, Blindenmarkt, Euratsfeld, Ferschnitz, Neustadtl, St. Martin, St. Georgen, Pyhrafeld und Winklarn.

Einmal war Ecker sogar schon Lebensretter. „Ich war einmal bei einer Dame um die Gastherme zu warten und stellte dabei einen erhöhten Kohlenmonoxid-Ausstoß fest. Da berichtete sie mir, dass sie in letzter Zeit vermehrt Kopfschmerzen hat, der Arzt aber nichts findet. Die Ursache war eine defekte Therme. Gut, dass wir da rechtzeitig draufgekommen sind, denn es hätte noch viel Schlimmeres passieren können.“

Täglich versieht Ecker von 7 bis 16 Uhr seinen Dienst. Er liebt seinen Beruf auch deshalb so, weil man viel mit Menschen zu tun hat. Ein kleiner Plausch nach getaner Arbeit ist immer drinnen. „Manche Kunden laden mich auch zum Kaffee oder zu einer Jause ein. Nach jahrelanger Betreuung gehört man für die Kunden eben schon zum Bekanntenkreis und das finde ich schön.“