Amstetten

Erstellt am 04. Dezember 2018, 02:17

von Hermann Knapp

Resolution: Rote Karte für Plastik. Grüne wollen Flut von Einweg-Plastik auch in Amstetten eindämmen. Fraktionen verhandeln noch über die Details.

Hannah Schatz bei der Probennahme an der Ybbs im „Forschungsboot“.  |  HLUW Yspertal

Die Grünen stellten im Umweltausschuss ihre Resolution für ein „Plastikfreies Amstetten“ zu Diskussion. „Wir wissen, dass die Möglichkeiten der Stadt, konkrete Maßnahmen zu setzen, beschränkt sind. Es geht daher vor allem um Bewusstseinsbildung“, sagt Stadtrat Dominic Hörlezeder.

Unter anderem soll sich die Gemeinde darum bemühen, dass Einweg-Tragtaschen aus Plastik durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzt werden, ebenso Plastik-Trinkbecher, -bestecke und -teller. „Was die Sackerl betrifft, können wir uns auch vorstellen, dass die Stadt selbst eine gewisse Anzahl ankauft und den Geschäften zur Verfügung stellt, um auf diese Alternative aufmerksam zu machen“, sagt Hörlezeder.

Auf einen letztendlichen Text für die Resolution konnten sich die Fraktionen im Umweltausschuss noch nicht einigen. Die ÖVP hat die von ihr in der Vorwoche präsentierten Amstettner Einkaufstaschen hineinreklamiert, mit der nicht nur Plastiksackerl eingespart, sondern zugleich auch Werbung für den Einkaufsstandort Amstetten gemacht und darüber hinaus Geld für einen karitativen Zweck gesammelt werden soll. „Wir sind natürlich bereit, den Text noch zu ändern, wenn gute Vorschläge der anderen Fraktionen kommen. Im Stadtrat werden wir am Mittwoch erneut darüber diskutieren“, sagt Hörlezeder.

Schüler testeten Ybbs auf Mikroplastik

Dass das Thema Plastikvermeidung ein hochaktuelles ist, haben ja kürzlich Berichte über winzige Kunststoffteilchen in Wasser und Nahrung aufgezeigt. Eine interessante Meldung dazu kommt von der HLWU Yspertal. Die Schülerinnen Hannah Schatz und Yasemin Gedik haben im Rahmen ihrer Diplomarbeit untersucht, wie hoch die Mikrokunststoffbelastung in der Ybbs ist.

An drei Messstellen (Amstetten, Waidhofen und Ybbs) wurde mithilfe einer selbst entwickelten Filtereinheit das Wasser auf Partikel in der Größenordnung von 5,0mm bis 100 µm untersucht. Das erfreuliche Ergebnis: Derzeit ist die Belastung noch gering. „Damit das so bleibt, ist die Vermeidung von Wegwerfkunststoff ein wichtiger erster Schritt“, sagen die Schülerinnen. Begleitet wurden sie bei ihrer Arbeit von Experten der BOKU Wien.

Weitere Infos: http://www.hluwyspertal.ac.at 

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