Skurril: Ein „gnädiger“ Dieb. Angeblich um das Mountainbike des Nachbarn vor Langfingern zu schützen, langte ein 25-Jähriger einfach selbst zu.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 05. September 2016 (11:47)
Symbolbild

„Ich sag’, wie es war. Genau an der gleichen Stelle wurde vor Jahren mir ein Mountainbike gestohlen. Deshalb habe ich das Fahrrad meines Nachbarn mitgenommen. Es wird ja so viel gestohlen, da wollte ich etwas Gutes tun“, erklärt ein 25-Jähriger aus Amstetten vor dem Richter.

Einbruchsdiebstahl gesteht der junge Mann nicht im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Dass er das Schloss des Rades mit Beißzange und Hammer geknackt hat und das Bike des Nachbarn dann in seinen Keller gebracht hat, gibt er allerdings dann doch zu.

Der Richter weist den Angeklagten auf den Strafmilderungsgrund eines Geständnisses hin. „Aber da müssen Sie zum Sachverhalt, dass sie das Rad stehlen wollten, auch stehen“, erklärt dieser.

„Hätte es auch wieder zurückgegeben“

Der Angeklagte bleibt bei seiner Version. „Man kann das Rad doch nicht einfach vor dem Haus stehen lassen. Ich hätte es auch sicher wieder zurückgegeben, alles andere wäre ja blöd“, beteuert er vehement, nichts Böses im Sinn gehabt zu haben.

„Das ist alles nur eine reine Schutzbehauptung“, wettert der Staatsanwalt ob dieser ungewöhnlichen Verantwortung und fordert die Bestrafung des Amstettners.

Dem schließt sich der Richter an. „Ich glaube ganz einfach nicht, dass Sie das nur aus Goodwill gemacht haben“, sagt er zu dem 25-Jährigen und verhängt über den bislang Unbescholtenen fünf Monate auf Bewährung. Weiters muss er die Kosten des Strafverfahrens berappen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.