„Sogar Sprit wird knapp“

Erstellt am 01. Juli 2014 | 23:59
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Foto: NOEN, privat
Resolution / Gemeinde fordert Bund auf, dem Heer die Erfüllung seiner Aufgaben finanziell zu ermöglichen. Der momentane Sparkurs trifft auch die Ostarrichi-Kaserne hart.
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Sorgen machen sich die Amstettner Gemeinderäte, dass das Bundesheer kaputt gespart wird. „Wir hören von unserer Kaserne, dass sogar der Sprit allmählich knapp wird“, berichtet etwa Vizebürgermeister Dieter Funke. Und Bürgermeisterin Ursula Puchebner weiß, dass Fahrzeuge außer Dienst gestellt werden müssen, es aber keinen Ersatz dafür gibt. „Das kann so weit gehen, dass künftig bei Katastropheneinsätzen die Soldaten mit Reisebussen vor Ort gebracht werden müssen, weil eigene Fahrzeuge fehlen.“

Kasernen als wichtige Wirtschaftsfaktoren

Wegen solcher Schreckensmeldungen brachte die ÖVP im Gemeinderat denn auch eine Resolution ein, in der Verteidigungsminister Gerald Klug aufgefordert wird, dem Ergebnis der Wehrpflicht-Volksbefragung Rechnung zu tragen: „Auch beim derzeitigen Sparbudget müssen die Prioritäten so gesetzt werden, dass die militärische Landesverteidigung, die Katastrophenhilfe und humanitäre Hilfeleistungen im eigenen Land gewährleistet sind“, heißt es da. Auch die Kasernen als wichtige Wirtschaftsfaktoren der Regionen müssten erhalten bleiben. Die SPÖ drängte darauf, dass die Resolution auch an Finanzminister Michael Spindelegger geschickt wird – dieser solle dem Heer die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen. Die Resolution wurde einstimmig beschlossen und wird zudem auch noch an die Parlamentsklubs geschickt.

Oberstleutnant Markus Prammer, Kommandant der Ostarrichi-Kaserne, bestätigt Einschränkungen beim Fuhrpark. „Wir müssen aus Kostengründen einige Fahrzeuge stilllegen. Dabei handelt es sich zumeist aber um sehr alte Pinzgauer.“ Geld, um die Autos zu ersetzen, ist nicht da. Treibstoff sei derzeit allerdings noch genügend vorhanden, sagt der Oberstleutnant, jedoch müsse man aus betriebswirtschaftlichen Gründen künftig die Fahrten reduzieren. Einen möglichen Katastropheneinsatz könne man derzeit sicher noch mit eigenen Fahrzeugen bewältigen. „Aber besser wird die Situation im nächsten Jahr nicht“, betont Prammer. Den Kasernenstandort selbst sieht der Oberstleutnant mittelfristig nicht gefährdet.

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