Mostviertler bei Seifenkisten-WM vorne dabei. Der Amstettner Verein „Austria Seifenkisten“ organisierte eine Weltmeisterschaft im „Soapbox-Racing“ am Red Bull-Ring. Drei Mal Bronze für Österreich.

Erstellt am 05. September 2017 (03:29)
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Stephan (rechts) und Michael Schandl (links) erreichten mit ihren Seifenkisten in der Gesamtwertung der Kategorie Elite XL den 3. beziehungsweise 4. Platz.

Weit über Niederösterreichs Grenzen hinaus ist der Verein Austria Seifenkisten aus Amstetten bekannt. Unter der Leitung von Willi Absenger führt man seit vielen Jahren eine Seifenkisten-Meisterschaft durch. Heuer gelang dem umtriebigen Bauunternehmer in Rente der ganz große Clou: Eine von ihm und seinem Team ausgerichtete Weltmeisterschaft im „Soapbox-Racing“ von 24. bis 28. August, und das noch dazu am Red Bull-Ring in der Steiermark.

Im Rahmen des Spielberg Musikfestivals vergangenes Wochenende traten die besten Jungracer ab acht Jahren in vier Wertungsklassen gegeneinander an. Gegen die eigentliche Fahrtrichtung der Formel-1-Rennstrecke ging es die Start-/Zielgerade hinunter. 44 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit erreichten die schnellsten Kisten, nur von der Schwerkraft angetrieben. Der Topspeed lag bei rund 80 km/h.

„Die Zeitnehmung wurde erst kritisiert, bis es drei Piloten gab, die auf die 1/1000-Sekunde gleich gefahren sind.“Willi Absenger, Obmann des Austria Seifenkisten Vereins

„Die Starter aus acht Nationen und auch deren Familien und Freunde waren vollkommen baff, denn so einen professionellen Event wie diese WM gab es in diesem Sport noch nie. Weltweit nicht. Natürlich war schon alleine die Kulisse des Red Bull-Rings beeindruckend, und einmal mit den Seifenkisten dort zu fahren, wo normal die Formel-1-Boliden für Spektakel sorgen, ist schon echt ein Erlebnis der Extraklasse“, freut sich Willi Absenger.

Aber vor allem auch die sensationelle Organisation der Amstettner Truppe war Formel-1-Klasse. Dieses Kompliment machten auch die Verantwortlichen des Projekts Spielbergs, also der Betreiberfirma des RedBull-Rings, den Mostviertlern immer wieder. Es beeindruckte sie sehr, wie professionell man mit einem ehrenamtlichen Team ein Event für Kinder, Jugendliche und Junggebliebene durchführen kann.

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Alexander Stangl holte bei der Gesamtwertung der Elite XL Ü18 den dritten Platz nach Hause.

„Die von Vereinsmitgliedern eigens entwickelte Zeitnehmung mit Live-Timing, die auf 1/1000-Sekunden maß, wurde zuerst von einigen für übertrieben gehalten. Bis es in einem Wertungslauf tatsächlich drei Piloten gab, die auf die Tausendstel die gleiche Zeit fuhren. Erst die aufwendige Zeitnahme garantierte einen fairen Wettkampf und die wahren Sieger“, erklärt Absenger.

Natürlich waren auch Kids des Amstettner Vereins mit am Start. Zu einem Weltmeistertitel reichte es zwar nicht ganz in einer der vier Klassen, aber über drei Bronzemedaillen durften sich die österreichischen Fans und tausenden Zuseher herzlich freuen.

Mostviertler boten sehr gute Leistungen

Bei den Rookies, also den jüngsten Kids, erreichte Fabian Schachner den großartigen dritten Gesamtrang. In der Klasse Elite XL schaffte dieses Spitzenresultat Stephan Schandl und in der Klasse Elite XL 18+ (hier dürfen die Teilnehmer also auch über 18 Jahre alt sein) durften Alexander Stangl und seine Familie über einen dritten WM-Rang jubeln.

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Fabian Schachner holte sich bei den Rookies in der Gesamtwertung Bronze.

Das wohl größte Kompliment neben den vielen strahlenden Kinderaugen gab es für Willi Absenger und seine so großartig engagierten Vereinsmitglieder ganz zum Schluss: Das Management des Red BullRings ersuchte um Gespräche für ein Soapbox-Event 2018, so sehr war man von dieser Performance – ohne Motoren, aber mit so viel Motivation und Emotionen – begeistert.

Weitere Ergebnisse und Fotos gibt es unter www.soapbox-wm17.at.