Sprung auf Karriereleiter für Manuel Scherscher

Manuel Scherscher ist stellvertretender Direktor des Bundeskriminalamts.

Hermann Knapp
Hermann Knapp Erstellt am 25. August 2021 | 05:34
440_0008_8159240_ams34ams_scherscher_ernennung.jpg
Der neue stellvertretende Direktor des Bundeskriminal- amts, Manuel Scherscher aus Amstetten, nahm aus den Händen von Innenminister Karl Nehammer die Ernennungsurkunde entgegen.
Foto: BKA

Mauers Ortsvorsteher (ÖVP) hat auf seiner beruflichen Karriereleiter die nächste hohe Sprosse erklommen. Innenminister Karl Nehammer bestellte ihn am 17. August zum stellvertretenden Direktor des Bundeskriminalamtes (BK). „Manuel Scherscher ist eine Führungspersönlichkeit, die mit Leib und Seele Polizist ist und die durch ihre Erfahrung, ihr menschliches Engagement und ihre fachliche Kompetenz beste Voraussetzungen für diese Leitungsfunktion mitbringt“, betonte der Innenminister bei der Ernennung Scherschers, die er gemeinsam mit dem Direktor des Bundeskriminalamtes, General Andreas Holzer, vornahm.

Seit 2017 war Scherscher Leiter der Abteilung Wirtschaftskriminalität im Bundeskriminalamt. Seit 2021 ist er auch Leiter der Initiative „GEMEINSAM.SICHER aus der Krise“.

Scherscher freut sich über das Vertrauen, das in ihn gesetzt wird. Sein Arbeitsschwerpunkt wird vor allem auf internationalen Polizeikooperationen liegen. „Gerade im Bereich Cyberkriminalität agieren Betrüger ja international. Nehmen wir als Beispiel den Anlagebetrug. Da werden firmenmäßige Betrugsschienen aufgebaut, die Software wird im Mittleren Osten hergestellt, die Keiler sitzen in Deutschland, die Callcenter, die die „Kunden“ bei Laune halten sollen, am Balkan und das erbeutete Geld landet dann irgendwo. Unsere Aufgabe als Bundeskriminalamt ist es, gemeinsam mit anderen Ländern diese Machenschaften zu unterbinden und für Aufklärung zu sorgen. Dazu werden sogenannte Joint-Investigation-Teams gebildet, also Ermittlungsgruppen, die länderübergreifend agieren“, berichtet Scherscher.

Zusammenarbeit bei Cybercrime-Bekämpfung

Der Jurist hat sich bereits in den letzten Jahren verstärkt in die Zusammenarbeit mit den Balkanländern eingebracht und wird sein Engagement dort fortsetzen. „Bereits Anfang September steht die nächste Dienstreise nach Sarajewo an, wo die strategische Kooperation mit den bosnischen Kollegen zum Thema Cybercrime-Bekämpfung vertieft werden soll“, berichtet der Amstettner.

Als stellvertretender Leiter des Bundeskriminalamts ist er neben dem Direktor dort auch für die Dienst- und Fachaufsicht über alle sieben Abteilungen, 29 Büros und 69 Referate mit rund 750 Mitarbeitern zuständig.

Deren Aufgaben werden immer wieder den neuen Trends in der Kriminalitätsentwicklung angepasst und umfassen: operative Ermittlungen, Assistenzdienstleistungen, Kriminaltechnik, Aus- und Fortbildung sowie Forschung, Kriminalprävention, Kriminalanalyse, Internationale Polizeikooperationen und Fahndung.

Seine politische Tätigkeit in Amstetten wird Scherscher trotz der neuen beruflichen Herausforderung weiterhin ausüben. „Ich bin gerne Ortsvorsteher von Mauer und Greinsfurth und will es auch bleiben. Das ist alles eine Frage des Zeitmanagements.“