Bedingte Haft für 21-Jährigen nach Crash mit Todesfolge. Bursch verlor Kontrolle über sein Auto und schleifte eine Mopedlenkerin mit, die bei dem Unfall um's Leben kam. Vor Gericht setzte es Bewährungs- und Geldstrafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 25. November 2018 (11:04)
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Der Mann wird in eine Anstalt eingewiesen
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Einen verheerenden Unfall verursachte ein 21-Jähriger am 15. Juli 2017 mit seinem Audi R8, der einer 17-Jährigen das Leben kostete. Auf regennasser Fahrbahn überholte er auf der B121 in Amstetten-Mauer ein Auto, kam ins Schleudern, erfasste die Mopedlenkerin und schleifte sie mit.

In einem Prozess am Landesgericht muss sich der Todeslenker nun verantworten. Den Unfallhergang schildert er: „Ich habe ein Auto überholt, das ist plötzlich nach links gekommen. Ich musste ausweichen, bin auf die Sperrlinie gekommen. Mein Auto ist ausgebrochen, hat sich quergestellt. Ich bin gerutscht, auf die andere Fahrbahn und mit der Beifahrerseite mit dem Moped kollidiert.“

Ob der Amstettner ein Raser ist? „Er hat viele Verkehrsstrafen bekommen, aber wegen Falschparkens, keine einzige wegen Geschwindigkeitsübertretungen“, weiß der Richter.

 "Würde Zeit gerne zurückdrehen"

 Laut Gutachter war der Amstettner mit 100 km/h und mit Reifen von Mindestprofiltiefe unterwegs. „Es lag erhöhtes Gefahrenpotenzial vor. Dass der Zustand der Reifen Ursache für den Unfall war, kann ich aber nicht sagen“, so der Gutachter.

Auch schwere Körperverletzung wird dem Angeklagten vorgeworfen. Im Suff verpasste er einem Burschen einen Tritt in die Genitalien.

Um Milde bittet der Verteidiger. „Dass er der wildeste Autofahrer in der Region ist, hat sich im Prozess nicht bewahrheitet“, meint er. Das letzte Wort des Angeklagten: „Ich würde die Zeit gerne zurückdrehen.“

Schuldig gesprochen wird der Amstettner wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Es setzt 7.200 Euro Geldstrafe sowie fünf Monate bedingt (nicht rechtskräftig). „Es gibt Zweifel, die man den Angeklagten nicht anlasten kann, aber 100 km/h auf nasser Fahrbahn, das war zu schnell“, begründet der Richter.