Stadt baut Verwaltung massiv um. Bereiche Kultur- und Tourismus, sowie Umwelt und Soziales aber auch Schule und Bildung werden völlig neu aufgestellt.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 17. November 2020 (16:56)
Kündigten eine Umstrukturierung im Bereich Umwelt, Bildung, Kultur und Tourismus an: Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder, Bürgermeister Christian Haberhauer, Stadträtin Doris Koch und Stadtrat Stefan Jandl.
Stadtgemeinde Amstetten

Die schwarzgrüne Stadtregierung kündigt eine umfassende Umstrukturierung in den Bereichen Umwelt und Soziales, Bildung sowie Kultur und Tourismus an. Vor allem im Kulturbereich dürfte organisatorisch kaum ein Stein auf dem anderen bleiben. „Es wird künftig ein gemeinsames Management für die drei großen Säulen im Kulturbereich geben: Musicalsommer, Mainstream-Kulturprogramm in der Pölzhalle und Kultur in der Stadt und in den Ortsteilen“, verkündete Kulturstadtrat Stefan Jandl (VP) bei einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag.

Bürgermeister Christian Haberhauer will Musical touristisch vermarkten.
ÖVP

Die Amstettner Veranstaltungsbetriebe und die Kulturabteilung der Stadt werden zu einer gemeinsamen Gesellschaft fusioniert. Wer dort künftig das Sagen haben wird, darüber wurde noch nichts verlautet. „Wir haben natürlich schon am Radar, wer welche Position besetzen soll, aber es ist zu früh, darüber zu sprechen. Wir stehen am Anfang der Umstrukturierung“, sagt Stadtchef Christian Haberhauer (VP)

Das neue Kulturmanagement soll eine Bespielung aller Kulturstätten (Pölzhalle, Schloss Ulmerfeld, Remise, Wirkstatt, Mozart, Rathaussaal etc.) garantieren, aber auch, dass es bei Kulturveranstaltungen zu keinen Terminkollisionen mehr kommt. Haberhauer und Jandl ist zudem die bessere Verzahnung von Kultur und Tourismus ein wichtiges Anliegen.

„Das Sommermusical wurde ja über die Landeswerbung und den Mostvierteltourismus bisher kaum beworben. Da wollen wir künftig Kooperationen starten“, sagt der Stadtchef. Amstetten will im Sommer 2021 auf jeden Fall wieder ein Musical auf die Bühne bringen. „An den Rahmenbedingungen arbeiten wir in Abstimmung mit dem Land intensiv“, sagt der Bürgermeister. Jandl betont, dass kulturelle Angebote wie die „Ars femina“ und die Kulturwochen nicht nur beibehalten, sondern „massiv aufgewertet werden sollen.“

Aber auch touristisch will die Stadt künftig mehr Impulse setzen. Im Hinblick auf die NÖ-Landesaustellung im Jahr 2026, um die man sich ja beworben hat, soll das Schloss Ulmerfeld zum Aushängeschild werden. Auch große Sportveranstaltungen – Staats- oder Europameisterschaften – will man touristisch künftig besser vermarkten. Wo das neue Kulturmanagement seinen Sitz haben wird, ist noch nicht klar.

Vize Dominic Hörlezeder freut sich über eigenes Umweltreferat.
Grüne

Einen strukturellen Umbau kündigt Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder (Grüne) auch in seinem Zuständigkeitsbereich an. „Die Themen Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit bekommen einen höheren Stellenwert. Es wird für sie künftig ein eigenes Referat geben, das in die Sozialabteilung eingegliedert wird.“ Man bilde nun in der Verwaltung ab, was man thematisch schon in den Ausschuss gepackt habe. Ziel sei eine Vereinfachung für die Menschen. Daher werde auch das Bürgerservice aufgewertet und künftig zentrale Anlaufstelle für soziale Anliegen, Wohnungsanfragen aber auch zum Beispiel für Förderungen im Umweltbereich (Photovoltaikanlagen etc.) sein.

Der Bildungsbereich wird zentralisiert

Große Pläne hat die Stadtregierung am Bildungssektor. Da wird zentralisiert. „Die gesamte Bildung im Pflichtschulbereich aber auch das Personal sollen künftig in einer Hand liegen“, sagt Bildungsstadträtin Doris Koch (VP). Sie kündigt zudem eine Gesamtplanung für alle Amstettner Pflichtschulen sowie für das tertiäre Bildungsangebot an und eine bessere Zusammenarbeit mit den Höheren Schulen.

Die Volkshochschule wird auch dem neuen Schulreferat zugeordnet. Vorantreiben will man die Digitalisierung im Schulbereich, um den Kindern bestmögliche Anwendungsmöglichkeiten bieten zu können. Die Anbindung der Schulen an das Glasfasernetz soll schon im Frühjahr abgeschlossen werden. „Ein wichtiges Service für die Eltern ist natürlich auch die Ferienbetreuung. Die können wir am Standort der Volksschule Allersdorf garantieren und in den Sommerferien künftig auch in Hausmening“, erklärt Koch.

Haberhauer berichtet, dass eine Umfrage bei Eltern und Kindern zum Thema Bildung laufe, deren Ergebnisse in die Bildungsstrategie der Gemeinde einfließen sollen. Im Juni 2021 wird diese auf dem Tisch liegen.

Insgesamt soll die Verwaltungsreform im Dezember beschlossen und ab dem Sommer 2021 umgesetzt werden.