Stadt setzt auf „regional genial“. Politik will eigenen Amstettner Warenkorb kreieren und am Samstag einen Spezialitäten-Bauernmarkt etablieren.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 15. Oktober 2020 (05:59)
VP-Vizebürgermeister Markus Brandstetter, Obmann des Stadtentwicklungsausschusses, hat in Sachen Nahversorgung und Amstettner Bauernmarkt große Pläne.
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Die Coronakrise hat deutlich gezeigt, wie wichtig Regionalität bei der Lebensmittelproduktion ist. Die Gemeinde Amstetten will daher nun unter dem Motto „regional genial“ ihre Produzenten vor den Vorhang bitten. „Wir möchten sozusagen einen Amstettner Warenkorb kreieren, der aus einer Vielzahl von regionalen Produkten bestehen soll.

Die Palette könnte von Öl über Brot, fertige Gemüseprodukte bis hin zu Marmeladen und Honig reichen“, sagt Vizebürgermeister Markus Brandstetter, Obmann des Stadtentwicklungsausschuses. In Abstimmung mit dem Stadtmarketing und der Moststraße will man auch eine eigene Produkt- und Marketinglinie entwerfen.

Nachgedacht wird in Amstetten zudem über die Schaffung von 24/7-Shops, wo die Bürger also rund um die Uhr in Selbstbedienung einkaufen können. In manchen Umlandgemeinden gibt es das ja schon.

Bestes Beispiel ist der Hofladen in Stephanshart, aber auch in Neuhofen und Zeillern existieren schon solche Geschäfte. „Was wir sicher nicht wollen, ist, den bestehenden Märkten oder Bauernläden Konkurrenz zu machen. Es geht uns viel mehr um Vernetzung und Zusammenarbeit. Die Shops sollen daher auch in Grätzeln entstehen, wo die Menschen weitere Wege zum nächsten Nahversorger haben“, sagt der VP-Politiker. Erstes Ziel sei es, einen Mustershop zu schaffen und diesen dann, wenn er gut funktioniere, auf andere Bereiche der Stadt und auf die Ortsteile umzulegen.

Mögliche Standorte hat Brandstetter schon im Auge, fix ist aber noch nichts. Nachdenken will der VP-Vize im Rahmen der Stadterneuerung übrigens auch darüber, wie und wo in Amstetten man einen Laden schaffen könnte, der Waren möglichst ohne Plastik feilbietet.

Vom Schaukochen bis zum Frühschoppen

Fix geplant ist in Amstetten die Aufwertung des Bauernmarkts. Am Donnerstag funktioniert dieser ja bereits sehr gut. Bei einer Umfrage gaben 94 Prozent der Teilnehmer an, dass sie mit der Qualität der angebotenen Produkte sehr zufrieden sind. Immerhin 50 Prozent der Besucher kaufen auch gleich noch in anderen Geschäften der Stadt ein und ein Drittel kehrt in der umliegenden Gastronomie ein. „Unser Ziel ist es nun, am Samstag einen Spezialitätenmarkt zu etablieren, der im Fischlmayrgassl angesiedelt werden soll. Die Palette kann von Fisch über Fleisch bis hin zu Teigwaren reichen“, sagt Brandstetter.

Denkbar ist für ihn in diesem Rahmen auch ein Schaukochen, damit die Besucher gleich sehen, welch köstliche Gerichte man aus regionalen Produkten zaubern kann. „In der Folge könnten durchaus auch Kochkurse stattfinden. Da bin ich schon mit Claudia Weinbrenner von der Gesunden Gemeinde im Gespräch“, erklärt der Vizebürgermeister. Im Sommer ist für ihn am Spezialitätenmarkt auch ein Schaugrillen oder ein Grillkurs denkbar.

Die Termine für die Samstagsmärkte will man natürlich mit den Ortsteilen abstimmen, um nicht deren Bauernmärkte zu konkurrenzieren. „Unser Ziel ist einfach, dass sich etwas tut in der Stadt. Ich könnte mir auch vorstellen, den Spezialitätenmarkt mit einem Frühschoppen zu verbinden, damit auch die Gastronomie noch mehr davon profitiert. Musik soll es auf alle Fälle immer wieder einmal geben, auch am Donnerstag“, sagt Brandstetter.