„Thesasta“ : Tränen bei der Premiere. Die Theatergruppe „Thesasta“ sorgte mit ihrem Stück „Kein Platz für Idioten“ von Felix Mitterer für berührende Szenen – auf der Bühne und im Publikum.

Von Daniela Führer. Erstellt am 27. Oktober 2014 (11:18)
NOEN, Schlemmer
Überzeugte mit seinem Spiel: Josef Maderthaner.
Es ist kein Theaterabend, der Spaß bringt. Spaß im Sinne von leichter Unterhaltung und Heiterkeit. Es ist vielmehr ein Theaterabend, der bewegt, bedrückt und fesselt.

Felix Mitterers Stück „Kein Platz für Idioten“, aufgeführt von der Theatergruppe „Thesasta“ geht einem ans Herz, trifft einen mitten ins Herz und bricht einem vielfach das Herz.

Glück wird vom Hass vieler Dorfbewohner getrübt

Es beginnt zunächst recht harmlos. Der alte Plattl-Hans, hervorragend verkörpert von Josef Maderthaner, sucht beim Möllinger-Bauern nach Arbeit. Dabei trifft er auf den geistig und körperlich beeinträchtigten Sohn des Hauses, Sebastian (ebenso grandios: Christian Dunkl). „Ich hasse ihn, ich hasse ihn, ich hasse ihn.“

Diese Worte der Möllinger-Bäuerin muss nicht nur der Plattl-Hans mit Schrecken anhören, auch Sebastian, der versteckt unter dem Tisch kauert, kann sich seiner Tränen über diese schlimmen Worte seiner Mutter nicht erwehren. Bestürzt über die Schläge und die Verwahrlosung des behinderten Jungen durch seine Familie, nimmt ihn Hans zu sich auf. Er lehrt ihm Lesen, Rechnen und vieles mehr. Der Junge macht riesige Fortschritte. Er ist zum ersten Mal glücklich.

Doch das Glück wird von dem Hass vieler Bewohner im Ort, allen voran vom Bürgermeister (Walter Eisl) immer wieder getrübt. Eines Tages findet sich Sebastian in einer sexuell verfänglichen Situation wieder. Was darauf folgt, sind Lügen, Hetze und gebrochene Herzen ...

Stück aus den 70ern noch heute brennend aktuell

Sichtlich berührt nahmen die Akteure einen lang anhaltenden Schlussapplaus des Publikums und Standing Ovations entgegen. Hauptdarsteller Christian Dunkl und auch einige Theatergäste hatten dabei Tränen in den Augen.

Wahrlich ging einem die Vorstellung der mit Herzblut agierenden Theatergruppe unter die Haut. Bemerkenswert waren darüber hinaus auch die vielen Geschichten, die in der Pause und nach der Vorstellung im Publikum ausgetauscht wurden. Es wurde von Menschen erzählt, die aufgrund Beeinträchtigungen ebenso Vorurteile und Verachtung ertragen müssen. Das zeigt: Dieses Stück aus dem Jahr 1977 hat nach wie vor brennende Aktualität.

Ein großes Kompliment an alle Akteure und Mitwirkende für diesen berührenden Theaterabend, der allemal einen Besuch lohnt.