Tierschutzverein rettete 345 Tiere. Erschütternde Bilanz präsentierte der Tierschutzverein Region Amstetten. 2019 erreichten Tierrettungen traurigen Rekord.

Von Michaela Grasserbauer. Erstellt am 24. Januar 2020 (03:09)
Bürgermeisterin Ursula Puchebner (links) mit dem Vorstand des Tierschutzvereins Region Amstetten. 1. Reihe von links Silvia Steinlesberger (Kassier), Obmann Ernst Hausleitner, Obmann-Stellvertreterin Christine Hausleitner, Johanna Dürrer (scheidende Schriftführerin), Lisa Haider (Schriftführerin) 2. Reihe von links Bernhard Rumetshofer (Schriftführer Stellvertreter) und Paul Pallinger (Kassaprüfer).
Grasserbauer

„Das Jahr 2019 war gelinde ausgedrückt eine Katastrophe für Katzen und für uns.“ Mit diesen Worten eröffnete der Obmann des Tierschutzvereins Region Amstetten, Ernst Hausleitner, die diesjährige Jahreshauptversammlung, die letzten Freitag im Gasthaus Kraus in Amstetten stattfand.

„Wir feiern heuer unser zehnjähriges Jubiläum mit einem traurigen Rekord. Im vergangenen Jahr mussten wir 345 Tiere retten und wurden mit Fällen von Tierquälerei konfrontiert, die unvorstellbar und grausam waren. Noch nie wurden so viele Katzen lebendig entsorgt wie im Vorjahr. Wir mussten 279 Katzen, davon 37 Katzenbabies retten, die mittlerweile alle an gute Plätzchen vermittelt werden konnten. Leider gab es nicht für alle Tiere ein Happy End. Eine Katze, die mit ihren Jungen in einem Karton ausgesetzt wurde, wurde bei der Müllentsorgung von der Presse erdrückt. Zwei Babykätzchen davon hatten Glück im Unglück, sie fielen vom Förderband und konnten gerettet werden“, resümiert Obfrau-Stellvertreterin Christine Hausleitner.

"Wir sind gerne bereit, mit unserem Netzwerk für eine Vermittlung des unerwünschten Nachwuchses zu sorgen"

Die steigende Zahl der ausgesetzten Tiere führt Hausleitner auch auf das neue Tierschutzgesetz zurück, wo keine Privatvermittlung von Tieren erlaubt ist. „Wir sind gerne bereit, mit unserem Netzwerk für eine Vermittlung des unerwünschten Nachwuchses zu sorgen, jedoch unter der Voraussetzung der Sterilisation des Muttertieres“, bietet der Tierschutzverein seine Hilfe an.

Dramatisch gestiegen ist im Vorjahr auch die Anzahl der verwaisten Tiere, die nach dem Tod des Tierhalters oder Unterbringung in einem Pflegeheim zurückgelassen wurden. Die Tierschützer appellieren: „Bitte sorgen Sie dafür, dass Ihr Tier im Ernstfall abgesichert ist. Von der Anschaffung eines Jungtieres in höherem Alter ist abzuraten.“

Finanziert wird der Tierschutzverein durch Mitgliedsbeiträge, private Spenden und einer jährlichen Subvention der Stadt Amstetten in Höhe von 3.000 Euro. Dadurch konnten im Vorjahr 345 Tiere gerettet, rund 17.000 Euro vorwiegend für Arzt und Futterkosten ausgegeben und ausgleichend bilanziert werden.