Shopfitting: „Wollen Standort absichern“

Erstellt am 17. November 2014 | 11:17
Lesezeit: 3 Min
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Umdasch Shopfitting Amstetten
Foto: NOEN, Otmar Gartler
89 Prozent der Umdasch-Ladenbau-Mitarbeiter sind für Verhandlungen über einen Sparkurs. Der Standort in Amstetten sei laut Management sonst nicht wettbewerbsfähig.
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In einer Urabstimmung wurden 180 Amstettner Mitarbeiter der Umdasch-Ladenbausparte Shopfitting, die mit massiven Umsatzrückgängen zu kämpfen hat, gefragt, ob sie einen persönlichen Beitrag zur Zukunft des Unternehmens leisten möchten und der Belegschaftsvertretung ein Mandat zu Verhandlungen erteilen.

Verhandlungen: Lohnverzicht statt Kündigungen

Bei einer Wahlbeteiligung von 89 Prozent bekannten sich 95 Prozent zu Verhandlungen über einen Sparkurs mit dem Dienstgeber . Das heißt wohl auch: Lohnverzicht statt Kündigungen.

„Der Standort Amstetten ist leider teuer geworden“, so Umdasch-Vorstand Silvio Kirchmair. Das liege vor allem daran, dass es am Stammsitz viele langjährige Mitarbeiter gebe. „Und wir zahlen auch weit über dem Kollektivvertrag“, erklärt er.

Gegenüber Deutschland bis zu 15 Prozent teurer

Die Personalkosten liegen in Amstetten laut Kirchmair gar um 22 Prozent über jenen am Standort in der Steiermark, wo Umdasch Shopfitting 500 Mitarbeiter beschäftigt. Gegenüber den deutschen Standorten in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sei Amstetten um 15 beziehungsweise um zehn Prozent teurer.

„Das Unternehmen ist aber in keinster Weise in Gefahr, im Gegenteil, wir wollen den Standort absichern und ausbauen. Dazu muss er aber wettbewerbsfähig sein“, betont Kirchmair. Er peilt an, die Lohnkosten um zehn Prozent zu senken. Wegen der Überzahlung gebe es aber Spielraum für Lohnkürzungen. Aber auch das Management will seinen Obolus leisten.

Querschüsse von Gewerkschaft der Privatangestellten

Das Abstimmungsergebnis sieht der Betriebsratsvorsitzende der Angestellten, Andreas Schauer, positiv: „Ein klares Zeichen, die Kolleginnen und Kollegen stehen zu ihrem Unternehmen und werden intensiv an der Umgestaltung mitarbeiten, um diesen Unternehmenszweig wieder in positive Ergebniszahlen zu bringen.“

Laut Schauer gingen die Verhandlungen in Richtung temporäre Beiträge seitens der Arbeitnehmer. „Ein nachhaltiger Gehaltsverlust ist aus heutiger Sicht aber nicht vorstellbar.“

Massive Querschüsse kommen indes von der Gewerkschaft der Privatangestellten, für die vor allem die Vorgangsweise bei der Abstimmung nicht akzeptabel ist. Es wird dabei kritisiert, dass es keine anonyme Abstimmung gab. Damit habe man Druck auf die Beschäftigten ausgeübt, erklärte Spitzengewerkschafter Karl Proyer. Er kündigte rechtliche Schritte gegen etwaige Lohnkürzungen an.

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