Uneinigkeit über Fahrplan zu Seniorenbetreuung

Gemeinderat Amstetten: ÖVP will sich die Ideen des St. Georgner Seniorentageszentrum ansehen, SPÖ ein Konzept erstellen lassen.

Erstellt am 11. November 2021 | 04:00
Betreuung, Senioren
Symbolbild
Foto: NOEN, Wodicka

Für politische Diskussionen sorgte bei der letztwöchigen Amstettner Gemeinderatssitzung die Planung eines Seniorentageszentrums. Wie die NÖN berichtete, drängt SPÖ-Stadträtin Elisabeth Asanger auf ein entsprechendes Konzept. Schon im September gab es einen Gemeinderatsantrag auf Errichtung einer Tagesbetreuung, der allerdings in den Ausschuss zurückgestellt wurde.

Einigkeit über Bedarf, einer Errichtung vorhanden

440_0008_8224654_ams45ams_vp_brandstetter_t10237496_17_a.jpg
ÖVP-Vizebürgermeister Markus Brandstetter.
ÖVP

In der Vorwoche beantragten die Sozialdemokraten nun, den Experten Peter Keiblinger mit der Erstellung eines Konzeptes zu beauftragen. „Es gab auch beim runden Tisch der Senioren die einhellige Meinung, dass es sinnvoll ist, eine Tagesbetreuung zu installieren. Zusätzlich zu allen anderen Angeboten. Es wäre jetzt an der Zeit, etwas zu tun, argumentierte Asanger bei der Gemeinderatssitzung.

Vizebürgermeister Markus Brandstetter konterte, dass man sich für die Planung noch mehr Zeit nehmen solle. „Daher hat der Bürgermeister auch zu diesem runden Tisch eingeladen. Wir sollten uns ein Projekt ansehen, das wir vielleicht in die Planungen ebenfalls einfließen lassen können. Dafür brauchen wir kein Geld in die Hand nehmen, für ein Konzept, dass es vielleicht bereits gibt. Wir müssen ja nicht alles neu erfinden, das St. Georgner Modell könnte ja bespielgebend sein.

SPÖ-Vizebürgermeister Gerhard Riegler hielt die Idee, sich das St. Georgner Modell anzusehen für einen „schlauen Gedanken“. Dennoch plädierte er darauf, den Bedarf durch Experten ansehen zu lassen. „Die 6.000 Euro für die Erstellung des Konzeptes wären gut investiertes Geld“, ist Riegler überzeugt. Auf der Gegenseite stimmte Dominic Hörlezeder (Grüne) Brandstetter zu und stellte den Antrag auf Zurückstellung in den Ausschuss: „Ich bin dafür, dass wir uns das in St. Georgen ansehen.“

Schlagabtausch zur Sportstrategie

440_0008_8220043_ams44ams_asanger.jpg
SPÖ-Stadträtin Elisabeth Asanger.
weinfranz

Es folgte ein weiterer politischer Schlagabtausch zwischen SPÖ und ÖVP. Und zwar unter anderem auch, um das Konzept für die Sportstrategie. Diese soll ja – wie eine Mehrheit von ÖVP, Grünen und FPÖ beschloss, von einer Wiener Agentur erarbeitet werden. „Vor einigen Wochen hat es von der SPÖ noch geheißen, man braucht kein Konzept für die Sportentwicklung. Aber jetzt sollen wir schon Geld in die Hand nehmen“, erinnerte Ortsvorsteher Andreas Gruber. SPÖ-Rieglers Antwort: „Jetzt vergleichen wir Äpfel und Birnen. Bei der Sportstrategie geht es um ganz andere Summen, nämlich um 90.000 Euro. Im Sozialbereich haben wir noch keine Tagesbetreuungsstätte. Es kann nicht wahr sein, dass man diese zwei Dinge gegeneinander hochrechnet.“

SPÖ-Stadtrat Helfried Blutsch ortete sinnloses Geplänkel zwischen SPÖ und ÖVP: „Wenn der Schwarze was sagt, sind die Roten dagegen, wenn die Roten was sagen, sind die Schwarzen dagegen. So bringen wir Amstetten nicht weiter. Eine Besichtigung ist gut, aber es hindert nicht daran, auch parallel den Sachverhalt voranzutreiben.“

Für Amstettens Bürgermeister Christian Haberhauer blieben für die Beauftragung eines Konzeptes an Peter Keiblinger noch zu viele Fragen offen. Dem Antrag von Hörlezeder auf Zurückstellung in den Ausschuss wurde dank der Stimmen von ÖVP und Grünen zugestimmt. Gegenstimmen: SPÖ, Neos und FPÖ.