Erstellt am 29. Juni 2015, 08:22

von Hermann Knapp

Mit Waffenrad on tour. Markus Blochberger und Bernhard Fuchs fuhren in fünf  Tagen nach Venedig – mit Rädern aus dem Jahr 1943.

In Venedig: Bernhard Fuchs und Markus Blochberger. Foto: privat  |  NOEN, privat
Von Amstetten nach Venedig: 600 Kilometer in fünf Tagen. Das ist schon mit einem modernen Rad eine Herausforderung. Die beiden Amstettner Feuerwehrmänner Markus Blochberger (28) und Bernhard Fuchs (44) haben diese Strecke allerdings mit Original Steyrer Waffenrädern, Baujahr 1943, zurückgelegt.

„Werden wohl an die 3.000 Höhenmeter gewesen sein“

Dabei galt es Steigungen wie den Buchauer Sattel, die Triebener Tauern und die Hohen Tauern zu überwinden. „Insgesamt werden es wohl an die 3.000 Höhenmeter gewesen sein“, schätzt Blochberger.

Um das zu schaffen, muss man schon fit wie ein Turnschuh sein. Ein spezielles Training haben Blochberger und Fuchs vor ihrer Tour aber nicht absolviert. „Wir sind beide sehr sportlich und fahren viel mit dem Rad. Konditionell war es kein Problem“, sagt der Amstettner.

Die ganze Fahrt im Sattel zurückzulegen, war allerdings nicht möglich. „Ein Waffenrad hat ja nur drei Gänge. Man tretet im Sitzen, man tretet im Stehen oder man schiebt. Und bei den großen Steigungen ging es manchmal nicht anders, da haben wir dann eben ein bis zwei Stunden geschoben.“

Erholend war das aber auch nicht, denn die beiden hatten je rund 17 Kilo „Marschgepäck“ mit dabei – Zelt, Unterwäsche, Verpflegung, Wasser etc.

„Am Schluss an unsere physischen Grenzen gestoßen“

Um die Tour endgültig zum Abenteuerausflug zu machen, haben Blochberger und Fuchs nicht in Gaststätten übernachtet. „Wir haben einfach an eher abgelegenen Orten unser Zelt aufgebaut. Bevorzugt an Flüssen, weil das natürlich auch gleich die Körperpflege erleichtert hat“, berichtet Blochberger.

Um 4.45 Uhr war jeden Morgen Tagwache. Bis Mittag waren die beiden Radler dann unterwegs, meist bei drückender Hitze. Dann haben sie ein bis zwei Stunden Pause gemacht, bevor sie bis 18 Uhr weiterfuhren.

„Insgesamt haben wir pro Tag rund 120 Kilometer zurückgelegt. Am Schluss sind wird da schon auch an unsere physischen Grenzen gestoßen. Wäre die Tour noch weitergegangen, hätten wir eine Rast einlegen müssen“, gibt Blochberger zu.

Es wird sicher nicht die letzte Tour gewesen sein

Die Waffenräder der beiden Feuerwehrer stammen übrigens aus Familienbesitz. Und sie sind nach wie vor gut in Schuss. „Damals wurde halt noch robust gebaut. Wir haben die ganzen fünf Tage über keine einzige Panne gehabt, nicht einmal einen Patschen“, sagt Blochberger.

In Venedig stand natürlich eine Stadtbesichtigung auf dem Programm, dann ging es mit dem Zug zurück nach Österreich.

Die Tour wird bestimmt nicht die letzte der beiden Amstettner gewesen sein, denn die beiden nehmen mit ihren Rädern regelmäßig an Nostalgietreffen teil und fahren auch dorthin meistens gleich per Rad.

Ist eigentlich nur noch die Frage offen, wie die fünf Buchstaben der beiden Florianijünger den Radmarathon überstanden haben: „Gar nicht schlecht: Wir haben super Ledersitze. Wenn man einige Kilometer heruntergeradelt hat, passen die sich dem Hinterteil perfekt an“, sagt Blochberger und lacht.