Verein bewahrte vor 50 Jahren Kirche aus 9. Jahrhundert vor Verfall

Erstellt am 04. Februar 2022 | 07:19
Lesezeit: 4 Min
Am 5. Februar werden es 50 Jahre, dass sich der Verein „Zur Erhaltung der Kirche St. Agatha“ (steht in Eisenreichdornach bei Amstetten) gebildet hat.
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Die Initiative ging damals vom Amstettner Bürgermeister NR. Johann Pölz und Dechant P. Josef Bloderer aus. Der Bürgermeister war der Obmann und der Dechant sein Stellvertreter. Große ‚Verdienste hat sich auch Prof. Leopoldine Pelzl erworben, die die Geschichte des Bauwerkes bestens kannte.

„Die Kirche war damals kurz vor dem endgültigen Verfall bedroht. Vor allem auch darum, weil das Dach kaputt war, was natürlich zur Folge hatte, dass massive Wasserschäden entstanden“, erzählt Günter Kiermaier, NR. a.D.

Kiermaier weiter: „Es wäre ewig schade gewesen, wenn dieses Gotteshaus zugrunde gegangen wäre.“ Sei die Agatha-Kirche in Eisenreichdornach eine der ältesten Kirchen unseres Bezirkes, da sie aus der Karolinger Zeit stammt. Sie war um 900 n.Chr. von den Mönchen aus dem bayerischen Stift Metten gegründet worden. Das Stift verlor die Besitzungen als es – für manche überraschend – einen Gerichtsspruch verlor, da man den ärmlichen Untertanen Rechnungen für ein üppiges Fest gab, das die Eisenreichdornacher nicht bezahlen wollten. Und aufgrund politischer Umstände, weil den Habsburgern die bayerischen Herren im Lande ein Dorn im Auge waren. Besonders interessant sind die drei frühgotischen Wetterheiligen in der Kirche, das Christophorus-Fresko an der Außenwand und die uralten, glücklicherweise erhaltenen Glocken

Kunst nicht nur in der Ferne

Viel hat die Kirche in all der langen Zeit durchmachen müssen. Am ärgsten war es in der Zeit der Franzosenkriege, wo sie sogar zu einem Pferdestall entweiht wurde. Kiermaier betont: „Ich persönlich konnte viele Reisegruppen im Zuge meiner Stadtbesichtigungen zu Führungen in die Kirche bringen und konnte dabei immer wieder feststellen, dass das Kirchlein die Menschen sehr beeindruckte.“ Der frühere Politiker sei davon überzeugt, „dass so manche unserer Mitbürger die Kirch noch nie von innen gesehen haben. Man muss nicht immer die Kunst in der Ferne suchen, wir haben sie auch zu Hause“.

Was ihn auch immer sehr beeindruckt habe war, „dass damals nach der Gründung des Vereines gleich eine große Einigkeit vorhanden war, das Gotteshaus zu erhalten“. Die Stadtgemeinde trug die Hauptlast, die Banken stellten zinsenlose Kredite zur Verfügung, Josef Umdasch beteiligte sich mit einer großzügigen Spende usw. Auch die Berufsschule der Schlosser hat durch Übernahme der Metallarbeiten einen nicht unwesentlichen Beitrag dazu geleistet.

Pfarrer Pater Hans Schwarzl und Kiermaier sagen: „Natürlich sei aber das Wichtigste, dass die Kirche für unsere Kirchenbesucher voll zur Verfügung steht. Es freut mich persönlich ganz besonders, dass die Kirche all die Jahrhunderte so gut überdauert hat und von den Gläubigen auch heute noch sehr gerne in Anspruch genommen wird.“

Dafür müsse „auch unseren Amstettner Salesianern Don Boscos ganz besonders gedankt werden, dass sie sich so um die Kirche bemühen“, so Kiermaier.

In den letzten Jahren revitalisiert

Die St. Agatha-Kirche ist in den letzten Jahren regelrecht aufgeblüht: Zahlreiche Hochzeiten und Taufen, Maibeten, Florianimessen, Kirchenführungen oder die beliebte „Nacht der 1000 Lichter“ wurden darin gefeiert. Einmal monatlich wurde darin die heilige Messe zelebriert. Corona-bedingt wich man auf die viel größere Herz Jesu-Kirche aus. Am Samstag, 5. Februar, wird um 19 Uhr zu Ehren der heiligen Agatha ein festlicher Gottedienst gefeiert – aber in der Herz Jesu-Kirche.

Hier sind noch weitere Infos: http://www.herzjesu-amstetten.at/index.php/katholisches-bildungswerk/844-st-agatha-kirche-einer-der-aeltesten-sakralbauten-in-noe

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