VP zu Graffitis im Edlapark: „Lehnen das strikt ab“. VP ortet rechtsradikalen Hintergrund bei Symbolen am Getreidespeicher. Die Polizei ermittelt.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 13. August 2019 (04:00)
Kovacs
Die Zahlen und Buchstaben, die Unbekannte auf den Getreidespeicher im Edlapark geschmiert haben, könnten ein rechtsextremesChiffre sein, vermutet die ÖVP und hat daher Anzeigeerstattet.

Anrainerbeschwerden machten ÖVP-Gemeinderat Michael Hofer und Vizebürgermeister Dieter Funke auf ein Graffiti am restaurierten Getreidespeicher des Schlosses Edla aufmerksam. Auf dem Gebäude prangt ein großes „Kunstwerk“, das dort allerdings nichts zu suchen hat. Es handelt sich um Zahlen- und Buchstabenkombinationen und ein verdrehtes Kruckenkreuz.

Hofer hat sich die Symbole näher angeschaut und auch im Internet recherchiert. „Für mich stellt sich die Frage, welche Botschaften uns die Vandalen zur Kenntnis bringen möchten. Die Zahl 355 könnte in Verbindung mit dem Abwehrkampf der Germanen gegen die Römer stehen (Rückeroberung Kölns) und die römische Zahl MIC auf das Jahr 1099 und den ersten Kreuzzug verweisen – also den ersten Krieg unserer Kultur gegen den Islam. Das Kruckenkreuz war ja auch ein Symbol der Kreuzfahrer.“

Für Hofer deutet das auf einen rechtsextremistischen Hintergrund der Schmierfinke hin. Dass es sich um keine zufällige Ziffern- und Zeichenkombination handelt, schließt er auch daraus, dass genau das gleiche Graffiti auf dem Bahndamm beim Schwarzen Weg nahe der Jahnstraße aufgesprüht wurde.

„Als ÖVP lehnen wir grundsätzlich diese Ideologien ab und wir stellen uns gegen jegliche politischen Botschaften durch Sachbeschädigung“, sagt Hofer. Die Kreuzzüge seien längst Geschichte. Im Hier und Jetzt werde demokratisch diskutiert und Probleme würden anders gelöst als durch Gewalt „Wir haben Anzeige erstattet. Nun ist die Bundespolizei am Ermitteln. Ich hoffe, dass wir in Amstetten keine gefährliche rechtsextreme Identitären-Zelle haben“, sagt Hofer.

Hakenkreuz auf einem Werbekasten

Mit dem Schriftzug „@355.gang“ könnten die Täter auch gleich ihre Visitenkarte hinterlassen haben. „Denn wenn man sie googelt, dann kommt man auf einen Instagram-Account. Es sollte also möglich sein, die Verantwortlichen aufzuspüren“, sagt Hofer.

VP
„Für rechtsradikale Umtriebe ist bei uns in Amstetten kein Platz“, sagen Michael Hofer und Dieter Funke.

Auch Vizebürgermeister Dieter Funke will mögliche rechtsextreme Umtriebe in Amstetten im Keim ersticken. „Wir hatten jetzt lange Zeit Ruhe, aber anscheinend ist nun wieder eine Gruppe aktiv. Vor Kurzem wurde in der Unterführung Eggersdorf einer unserer Werbeschaukästen mit einem Hakenkreuz beschmiert. Natürlich haben wir das sofort entfernen lassen.“

Als Stellvertreter der urlaubenden Bürgermeisterin hat Funke veranlasst, dass nach erfolgter Spurensicherung durch die Polizei das Graffiti im Edlapark rasch übermalt wird. „Ich hoffe, dass die Schuldigen gefunden werden, damit sie den verursachten Schaden dann auch begleichen müssen. Ich fordere auf diesem Weg die Bevölkerung auf, aufmerksam zu sein, wir Amstettner wollen keinen Vandalismus und keinen Extremismus. Man kann jederzeit beim ÖVP-Bürgertelefon unter 0650/7000 338 anrufen, wir versuchen Lösungen zu finden“, sagt der VP-Vizebürgermeister.