WRA-Geschäftsführer zu Quartier A: „Wir wollen die richtigen Partner“

Erstellt am 19. Mai 2022 | 12:04
Lesezeit: 4 Min
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WRA-Geschäftsführer Günther Sterlike ist überzeugt davon, dass der Qualitätssicherungsplan in Verbindung mit einem städtebaulichen Vertrag eine optimale Bebauung des Quartier A sicherstellt.
Foto: WRA
WRA-Geschäftsführer Günther Sterlike über den Qualitätssicherungsplan und Vorgaben für die künftigen Bauherren.
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Viel diskutiert wird in der Stadtpolitik derzeit über den Qualitätssicherungsplan für das Quartier A. Veröffentlicht wurde er zwar noch nicht, aber der Geschäftsführer der Wirtschaftsraum Amstetten GmbH, Günther Sterlike, kennt ihn natürlich ganz genau, schließlich habe die WRA ihn ja in Auftrag gegeben bzw. gemeinsam mit Experten aus den Bereichen Städtebau, Klimatologie, Mobiliät und Nachhaltigkeit ausgearbeitet. „Es ging darum, den strategischen Masterplan, den wir schon vor Jahren erarbeitet haben, mit Fachleuten, Planern und Politik zu konkretisieren und auch die Remise einzuarbeiten, die mit der Übernahme durch ecoplus ein ganz anderes Volumen angenommen hat“, berichtet er.

Im Qualitätssicherungsplan sei unter anderem definiert, wie am Quartier A Freiraum ausschauen und wie Mobilität funktionieren solle. „Denn klar ist, dass wir innerhalb des Quartiers keinen motorisierten Individualverkehr zulassen, jedoch soll auch die Parkfläche so gering wie möglich gehalten werden. Daher nehmen wir bei der Parkplatzzahl auch nicht den Faktor 1,1 pro Wohnung, wie bisher im Stadtzentrum üblich, sondern wir wollen gemeinsam mit der Politik ein deutlich niedrigeres Niveau erreichen. Es wird am Quartier A auch nicht für jedes Gebäude eigene Parkplätze geben, sondern eine große Sammelgarage“, kündigt Sterlike an.

Dass im Qualitätssicherungsplan das Thema Car- oder Scootersharing nur gestreift werde, was ja die SPÖ kritisiert, liegt laut dem WRA-Geschäftsführer daran, dass die Bereitstellung entsprechender Angebote eine Aufgabe des künftigen Quartiermanagements sein wird.

Ebenso soll sich dieses um die Verwertung der Erdgeschoßräume in den Wohnbauten kümmern. Den Bauträgern wird vorgeschrieben, dass sie diese Sockelzonen für Dienstleister oder quartierrelevante Nutzung freihalten müssen.

Festgelegt sind im Qualitätssicherungsplan auch die künftigen Kubaturen der Gebäude und der Mix von Arbeit, Freizeitbereich und Freiraum am Gelände. „Das alles haben wir in enger Abstimmung mit der Stadt erstellt“, sagt Sterlike.

Nachhaltigkeit hat hohen Stellenwert

Kritik der SPÖ, an dem Prozess nicht ausreichend beteiligt worden zu sein, möchte der WRA-Geschäftsführer nicht weiter kommentieren. „Meine Ansprechpartner sind die Beamtenschaft und die regierende Politik. Wie diese sich in Fragen des Quartier A mit der Opposition abstimmt, entzieht sich meiner Kenntnis.“ Jedenfalls habe es, so Sterlike, zu Beginn der Planerstellung eine große Veranstaltung mit Politik und Experten gegeben und auch eine Begehung des Geländes.

Hohen Stellenwert hat laut dem WRA-Geschäftsführer im Qualitätssicherungsplan die Nachhaltigkeit. „Wir werden uns bei der Bebauung natürlich an die in Österreich standardisierten Klima-aktiv-Richtlinie halten. Die Bauträger werden aber auch klare Vorgaben bekommen, wie viel Dachfläche für Photovoltaik zur Verfügung stehen muss, wie viel für Begrünung und wie viel für öffentliche Nutzbarkeit“, sagt Sterlike. Ziel sei es, möglichst viel multifunktionalen Freiraum zu schaffen. Allein bei der Remise werden es 1.500 Quadratmeter sein, samt Terrasse mit Rooftop-Bar.

Nächster Schritt vor der Verwertung des Quartier A ist für Sterlike nun der Abschluss eines städtebaulichen Vertrages zwischen der Stadt und der WRA. „Erst damit wird das, was wir im Qualitätssicherungsplan festgelegt haben, in ein Rechtskonstrukt gekleidet. Denn am Ende soll es ja natürlich keine Vision bleiben, sondern in unserem Sinne umgesetzt werden. Den städtebaulichen Vertrag werde ich dann beim Verkauf von Liegenschaften jedem neuen Besitzer übergeben, damit er genau weiß, was er bauen darf und was er bauen muss.“

Interesse an den Grundstücken hoch

Qualitätsvolle Anfragen von Interessenten an den Grundstücken gibt es laut WRA-Geschäftsführer schon viele, was erfreulich sei, weil man ja nicht auf das schnelle Geld durch den Verkauf abziele, sondern die richtigen Partner vor Ort haben wolle. „Wir wollen unter anderem die Exil-Mostviertler ansprechen. Also jene junge Menschen, die uns nach der Matura zum Studieren nach Wien verlassen haben, mittlerweile coole Jobs gefunden haben, aber mit dem Gedanken spielen, ihren Lebensmittelpunkt doch in die heimatliche Region zurückzuverlegen. Hier wollen wir mit entsprechenden Qualitäten im Wohnbau genau diese Bedürfnisse aufgreifen und eine gute Alternative zum Einfamilienhaus anbieten. Das Quartier A bietet eine unglaubliche Gelegenheitsdichte, die für diese Zielgruppe wichtig ist.“

Sobald der städtebauliche Vertrag abgeschlossen ist, wird das Flächenwidmungsverfahren eingeleitet. Ende des Jahres könnten die ersten Grundstücke den Besitzer wechseln.

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