Amstetten

Erstellt am 17. Januar 2017, 05:44

von Doris Schleifer-Höderl

Ziel ist Palliativstation für menschenwürdiges Sterben. HOSPIZförderverein stellt steigenden Bedarf an Palliativbetreuung im Bezirk Amstetten fest.

Ester Steininger und ihr Team machen sich nach wie vor für eine Palliativstation im Bezirk stark. „Die Betreuungszahlen steigen stetig, der Bedarf ist also gegeben. Es ist unverständlich, warum diesbezüglich nichts weitergeht!“  |  NOEN, Doris Schleifer-Höderl

Im vergangenen Jahr hat der HOSPIZförderverein Amstetten – er wurde vor vierzehn Jahren gegründet und hat aktuell 138 Mitglieder – wieder die regionalen Palliativteams in ihrer Arbeit unterstützt. „Wir begleiten keine kranken Menschen und deren Angehörigen, sondern unterstützen Einrichtungen, die in diesem Bereich tätig sind“, sagt die Obfrau des Vereines, Allgemeinmedizinerin Ester Steininger. Dazu zählen der Mobile Hospizdienst der Caritas Amstetten und das Palliativteam des Landesklinikums Amstetten sowie der Mobile Hospizdienst der Caritas Waidhofen an der Ybbs, das Mobile Palliativteam der Johanniter in Waidhofen an der Ybbs und das Hospizteam HoKi NÖ für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. „Uns geht es bei unserer Arbeit darum, die persönliche und familiäre Akzeptanz des Sterbens in unserer Gesellschaft ebenso zu fördern wie die Auseinandersetzung mit der Spiritualität des Sterbens. Daher setzen wir uns für die bestmögliche Lebensqualität bis zuletzt ein.“

2016 hat der Mobile Hospizdienst der Caritas Amstetten mit zwei hauptberuflichen und 42 ehrenamtlichen Mitarbeitern 101 Personen und deren Familien begleitet. Das Palliativ-Team des Landesklinikums Amstetten hat mit zehn Mitarbeitern 250 Patienten betreut, davon ein Drittel daheim.

Obwohl sich in den letzten Jahren schon einiges zum Positiven gewendet hat, sei das Thema Sterben aber noch immer nicht gänzlich enttabuisiert, sagt Steininger. Deshalb werde man wieder einige diesbezügliche Veranstaltungen abhalten – unter dem Motto „Pietätsvoller Umgang mit Toten“.

Der Verein will auch weiterhin auf die Errichtung einer Palliativstation im Bezirk drängen. Denn im Mostviertel gibt es nur im Landesklinikum Scheibbs eine Palliativstation sowie in Lilienfeld. Patienten aus dem Raum Amstetten müssen nach Scheibbs ausweichen. „Bereits im Jahr 2005 wurde das Integrierte Hospiz- und Palliativ-Versorgungskonzept für Niederösterreich im Landtag beschlossen. In diesem Konzept war bis 2007 eine Palliativstation mit sechs Betten für die Region Amstetten vorgesehen. Jetzt schreiben wir 2017 und sie wurde noch immer nicht realisiert. Wir geben aber nicht auf“, sagt Steininger. „Vor allem auch deswegen nicht, weil der Bedarf an Palliativbetreuung in der Region belegbar im Ansteigen begriffen ist.“

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