Stadtpolizist Pajones in Pension: „Waffe nie gebraucht“. Mit 1. November ging der Stadtpolizist Günter Pajones in Pension. Er übte seinen Beruf immer mit „Leib und Seele“ aus.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 02. November 2016 (05:41)
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Günter Pajones sagt nach 29 Jahren Dienst bei der Stadtpolizei Amstetten „Auf Wiedersehen“. „Ich möchte die Zeit nicht missen. Ich habe viel erlebt und freue mich jetzt auf mehr Zeit für die Familie und meine Hobbys!“
NOEN, Doris Schleifer-Höderl

„Eigentlich bin ich gelernter Maschinenschlosser und wollte Lokführer werden. Doch dann machte mir ein Bekannter aus Böhlerwerk, der auf die Polizeischule ging, den Beruf des Exekutivbeamten schmackhaft“, berichtet der Neufurther Günter Pajones (60). Schon bald drückte er selbst die Schulbank in der Wiener Marokkanerkaserne.

Seit 1976 ist der Vater von zwei Söhnen schon Exekutivbeamter, zunächst elf Jahre in Wien, wo er als „Weiße Maus“ bei der Verkehrspolizei im Einsatz war. Am 1. Juni 1987 kam er zur Stadtpolizei Amstetten.

„Diese 29 Jahre möchte ich nicht missen. Es war eine schöne Zeit, und die Zusammenarbeit im Team sowie mit der Polizeiinspektion Amstetten immer sehr gut“, berichtet Pajones, der zuletzt erster stellvertretender Abteilungsleiter bei der Stadtpolizei gewesen ist.

„Man weiß wie der Hase läuft“

Die tagtägliche Arbeit draußen bei den Menschen war genau das Seine. „Anders als im urbanen Bereich kennt man sich und weiß quasi wie der Hase läuft. Da bedurfte es oft nicht vieler Worte und jeder wusste, woran er war.“

Besonders geprägt hat Günter Pajones der Einsatz beim Hochwasser im Jahr 1992. „Da stand die gesamte Innenstadt unter Wasser. Es war eine Katastrophe! Wir mussten damals die Schäden aufnehmen. Rund 200 Meldungen haben wir bearbeitet, und alles noch mit der Hand geschrieben. Das werde ich nie vergessen! Aber auch nicht die vielen positiven Erlebnisse, die Gott Lob all die Jahre überwogen. Ich bin mehr als dankbar dafür, dass ich nie Gebrauch von meiner Dienstwaffe machen musste!“

Natürlich haben sich auch die Zeiten in Amstetten geändert. „Sachbeschädigungen und Vandalismus haben in der letzten Zeit stark zugenommen. Auch der Respekt der Exekutive gegenüber lässt manchmal zu wünschen übrig. Meinen Kollegen wünsche ich daher für die Zukunft nur das Beste. Die Zeiten werden garantiert nicht einfacher!“

„Ich bin der geborene Opa“

Seine persönlichen Sachen hat Pajones schon in einen Karton verpackt, Wehmut kommt dennoch nicht auf. „Ich war mit Leib und Seele Polizist. Dass der Beruf auch fordernd war, will ich nicht leugnen. Schließlich hat man es nicht immer mit vernünftigen Mitmenschen zu tun. Die Dienste können sehr anstrengend sein.“

Daher freut sich der Neo-Ruheständler darauf, seine Frau im Haushalt zu unterstützen und vor allem viel Zeit mit seinen Enkelkindern, der zweijährigen Lisa und dem fünf Monate alten Florian, zu verbringen. „Ich bin der geborene Opa.“ Zudem will Pajones das Bergwandern und Radfahren forcieren. Fast drei Jahrzehnte lang ist er immer mit dem Rad zum Dienst gefahren. „Nun muss ich mir eben eine andere Route suchen“, sagt er schmunzelnd.