Amstettner (20) hatte Heroin in der Jacke. Weil er „Berührungsängste“ habe, wollte 20-Jähriger seine Jacke nicht durchsuchen lassen. Beamte fanden Drogen bei ihm.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 13. Februar 2017 (07:38)
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„Er hat den Eindruck gemacht, dass er in der Suchtgiftszene unterwegs ist“, erzählt eine Polizistin im Prozess über einen 20-Jährigen. In der Westbahn traf sie mit einem Kollegen auf den Amstettner.

Weil Verdacht auf Drogenbesitz im Raum stand, nahmen die beiden den Mann genauer unter die Lupe. Wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt sitzt der Amstettner nun auf der Anklagebank.

„Wir wollten uns seine Jacke ansehen“, erzählt die Polizistin. Und sagt: „Plötzlich ist er laut geworden, am Boden gelegen und hat geschrien, dass er Berührungsängste habe und hat seine Jacke umklammert.“

Im Gerangel um das Kleidungsstück drängte der 20-Jährige mit einem Ellbogen einen Polizisten weg. Die Festnahme wurde ausgesprochen, aber der Angeklagte gab nicht auf.

„Sie bekommen eine schlanke Schelle um den Fuß.“Richter erklärt dem Amstettner, wie Fußfesselvollzug funktioniert.

„Es war mühsam, im Zug war es eng. Und er wollte mich in die Hand beißen“, sagt die Polizistin. Schließlich gelang es den Beamten, die Jacke zu erhaschen, und sie wurden fündig.

Heroin hatte der 20-Jährige dort versteckt. „Nachdem wir das gefunden hatten, war er ruhig“, setzt die Beamtin fort.

Drei Vorstrafen fasste der Angeklagte bereits aus. Strenge fordert der Staatsanwalt. „Ich akzeptiere alles“, meint der 20-Jährige kleinlaut. Für den Angeklagten setzt es 15 Monate teilbedingt, davon fünf Monate unbedingte Freiheitsstrafe (nicht rechtskräftig).

Hinter schwedische Gardinen muss der junge Mann aber nicht. Fußfesselvollzug sei möglich, sagt der Richter. „Da bekommen Sie dann eine schlanke Schelle um den Fuß“, erklärt er dem Amstettner.