Doka baut an der „Linzer Golden Gate“ mit. Rund 743 Millionen Euro wird die geplante Linzer Westumfahrung samt neuer Donaubrücke verschlingen. Amstettner Paradeunternehmen Doka ist am Projekt beteiligt.

Von Otmar Gartler. Erstellt am 03. April 2021 (06:14)
Mit dem Know-how von Doka entsteht im Zuge der neuen Linzer Westumfahrung eine spektakuläre rund 300 Meter lange Donaubrücke, die in dieser Form weltweit einzigartig ist.  Foto: Asfinag/Geoconsult Holding ZT GmbH.
Asfinag/Geoconsult Holding ZT GmbH.

Zwischen den steilen felsigen Hängen des Donautals wird sich bald die „Linzer Golden Gate Bridge“ spannen. Der weltweit tätige Amstettner Schalungsspezialist Doka ist am Entstehen dieses herausragenden Bauwerks „fundamental“ beteiligt.

Große schalungstechnische Herausforderung

Die neue A26, die fünf Kilometer lange Linzer Westumfahrung, wird großteils unterirdisch mittels zweier Röhren verlaufen.

In ihrem Verlauf wird sie auch die Donau überqueren und genau dafür entsteht eine 300 Meter lange und 22,5 Meter breite Hängebrücke ohne sichtbare Tragpfeiler. Die tragenden Seile werden direkt in den Felsen der Uferwände verankert.

Die sogenannten Ankerblöcke stellen die Übergänge zwischen den rund 120 Felsankern (die ihrerseits bis zu 70 Meter in den Berg reichen) und den Seilen dar, die die Brücke tragen werden. Der Ankerblock Nord, für den 3.650 Kubikmeter Beton verbaut wurden, ist bereits fertiggestellt.

Abgesehen vom gewaltigen Volumen war seine besondere Geometrie – mit einem nach oben zulaufenden Radius, den Durchgängen für Spannrohre und Ankerschwerter und zahlreichen Stufen für die Abspannung – eine große schalungstechnische Herausforderung für den Sonderschalungsbau von Doka. Am Ankerblock Süd starteten die Bauarbeiten im Herbst 2020.

Mit der neuen A26 soll laut Asfinag eine leistungsfähige Straßenverbindung zwischen der A7 (Mühlkreis-Autobahn) beim Knoten Hummelhof und der B127 Rohrbacher Straße errichtet werden. 85 Prozent, also rund vier Kilometer der Gesamtstrecke, verlaufen unterirdisch. Zur Überquerung der Donau sowie der Westbahn soll jeweils eine Brücke errichtet werden.

Seile tragen die 13.000 Tonnen schwere Brücke

Der erste Bauabschnitt der A26 ist die neue Linzer Donaubrücke mit den Auf- und Abfahrten zur B127 Rohrbacher Straße und zur B129 Eferdinger Straße. Diese Anschlüsse an das Landesstraßennetz befinden sich vollständig im Tunnel.

Die Hängebrücke besteht aus einem sogenannten Tragwerk für beide Richtungsfahrbahnen – ist also „aus einem Guss“. Die zwei horizontalen Hauptseile über die Donau, die das Brückengewicht von 13.000 Tonnen tragen, sind 500 Meter lang und wiegen jeweils 85 Tonnen. Jedes Hauptseil besteht wiederum aus einem Bündel von zwölf einzelnen Seilen.

Das Kernstück der Westumfahrung bildet ein Tunnel, der unterhalb des Freinbergs, der Ziegeleistraße und der Waldeggstraße verläuft. Die Gesamtkosten dieses Megaprojektes betragen 743 Millionen Euro. Die Fertigstellung der Donaubrücke ist für April 2024 geplant. Das Gesamtprojekt soll bis Dezember 2031 vollendet werden.