Amstettner Friedhöfe wieder zugänglich. Das Gesundheitsministerium meldet mit Stand, 20.4. 13 Uhr 282 Covid-19-Infektionen im Bezirk Amstetten. Das sind um zwei mehr als am Vortag. Für Waidhofen an der Ybbs werden weiterhin insgesamt 23 Erkrankungen ausgewiesen. In der Stadt Amstetten gab es heute weitere Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 20. April 2020 (14:31)
Die Amstettner können seit heute wieder ungehindert die letzten Ruhestätten ihrer verstorbenen Angehörigen besuchen. Abstand halten gilt aber natürlich auch da.
Kovacs

Nachdem die Amstettner Friedhöfe schon seit der Vorwoche mit Einschränkungen für die Bürger wieder offen standen, sind sie seit heute frei zugänglich.

Die allgemeinen Regeln - Abstand halten, keine Gruppen bilden etc. - gelten aber natürlich auch dort weiterhin. Auch die Aufbahrungshallen sind wieder geöffnet. Damit dürfte die Kritik aus der Bevölkerung verstummen. Sie war ja vor allem deshalb laut geworden, weil alle Umlandgemeinden ihre Friedhöfe offen hielten.

"Ich stehe aber nach wie vor zu der Schließung, die ja auch mit Ärzten und Pfarrern abgesprochen war. Wenn man an die Schreckensbilder zurückdenkt, die wir im März in Italien und Spanien sahen, dann hatte der Schutz von Leben einfach Vorrang vor anderen Bedürfnissen", sagt Vizebürgermeister Markus Brandstetter (ÖVP).

In Ardagger gab es nun schon seit 12 Tagen keine neuen Infektionen mehr und der Großteil der 41 Betroffenen ist wieder gesund. Bürgermeister Hannes Pressl freut sich über die Disziplin der Bevölkerung trotz Lockerung der Corona-Maßnahmen:

 

"Es wurde eingekauft, aber die Menschen blieben zumindest physisch nach wie vor auf Distanz oder benutzten den Mund-Nasen-Schutz! Es wurde wieder raus gegangen, aber man hat sich weitgehend an die Abstands- und Familien-Regeln gehalten. Es wurde wieder mehr gearbeitet aber auch am Arbeitsplatz wurde alles getan, um Infektionen und Übertragungen des Virus weiterhin zu unterbinden. Dafür sage ich danke."

Manchen Zeitgenossen scheint die Isolation auf dumme Gedanken zu bringen: Unbekannte verteilten im Bereich Innerzaun am Kollmitzberg Zeitungen auf der Wiese.
privat

Dass die lange Phase der Isolation nicht allen Zeitgenossen gut tut, sondern sie auf dumme Gedanken bringt, geht aber auch aus Pressls Blog hervor: Am Kollmitzberg haben Unbekannte im Bereich Innerzaun 50 Zeitungen am Boden verteilt. "Das Bild schaut zwar fast wie eine Kunstinstallation aus, aber für die Grundbesitzer und für all jene, die sich in den letzten Wochen für die Flurreinigung in unserer Gemeinde engagiert haben, ist das wie ein Schlag ins Gesicht", ärgert sich auch der Bürgermeister. 

Eine traurige Nachricht kommt diesmal aus Ertl: Dort ist inzwischen eine alte Frau an den Folgen ihrer Coronainfizierung verstorben. Insgesamt sind in der Gemeinde sieben Personen erkrankt, eine ist bereits wieder gesund.