Stamperl, Birne und Medaillen bei "Ab Hof" in Wieselburg

Erstellt am 16. März 2022 | 04:11
Lesezeit: 4 Min
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Vielfach ausgezeichnet wurde der Familienbetrieb Datzberger in Pittersberg. Von links: Katja, Julian, Jürgen, Bernhard und Brigitte Datzberger.
Foto: Otmar Gartler
Amstettner „Seppelbauer“ war bei Ab-Hof sehr erfolgreich. Sonderpreis für Mostelleria.
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Lebensmittel aus regionaler und bäuerlicher Produktion erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Seit über 20 Jahren gibt es im Vorfeld der Ab Hof – Spezialmesse für bäuerliche Direktvermarktung – in Wieselburg zahlreiche Prämierungen, welche genau diese Produkte auszeichnen und die Vielfalt der regionalen Produzenten sichtbar machen. Immer mehr Einreichungen aus den Nachbarländern bestätigen die Akzeptanz der Wettbewerbe.

Vergangenen Freitag wurden bei einer feierlichen Übergabe die Sieger 2022 in neun verschiedenen Wettbewerben für ihre herausragenden Produkte geehrt. Einer der erfolgreichsten Teilnehmer war dabei der Familienbetrieb „Seppelbauer“ Datzberger aus Pittersberg bei Amstetten. Bernhard und Jürgen Datzberger konnten über zwei Gesamtsiege mit dem Goldenen Stamperl für einen Apfelmostbrand in Eiche in der Kategorie Mostbrand und der Goldenen Birne für einen Apfelmost Summered in der Kategorie Apfelmost trocken ebenso jubeln wie über insgesamt 16 Gold-, 16 Silber- und 12 Bronzemedaillen im Bereich Most, Edelbrand und Säfte.

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Maria und Josef Farthofer dürfen sich über den Online-Marketing-Award freuen. Dazu gratulierten (hinten von links): Johannes Schmuckenschlager (Präsident der LWK NÖ), Christina Mutenthaler (AMA Genussregion), Sektionschef Reinhard Mang (Landwirtschaftsministerium), Bauernbundpräsident Georg Strasser und der stellvertretende Messepräsident Hubert Seiringer.
Foto: Foto Roschmann

„Wir sind ein Familienbetrieb, wo jeder seinen Aufgabenbereich hat, aber alle zusammenhelfen. Es ist für uns wichtig, dass unser großes Sortiment und dessen Qualität von einer unabhängigen Jury bestätigt wurde. Der Kunde weiß damit, dass „alles gut“ ist“, betont Most-Urgestein Bernhard Datzberger, dass für den Erfolg neben der Qualität des Obstes eine feine Verkostungs-Sensorik das wichtigste Werkzeug des Produzenten ist. Man werde in Zukunft den Fokus mehr auf Edelbrand legen, wolle aber weiterhin regional vermarkten und ein Familienbetrieb bleiben.

Erste Verkostungen mit den „goldenen Produkten“ wurden bereits gebucht (Details unter www.seppelbauer.at). Gerade rechtzeitig zu Ostern wird der neue Hofladen mit Selbstbedienung am Nachmittag, Feiertagen und Wochenenden fertig sein. Auch der traditionelle und bei den Mostfans beliebte Mostfrühschoppen am Tag des Mostes wird heuer wieder stattfinden.

Auszeichnung für Mostelleria

Über einen erstmalig vergebenen Sonderpreis durften sich Doris und Josef Farthofer von der Mostelleria in Öhling freuen. Das Netzwerk Kulinarik vergab den Online Marketing-Award. Bewertet wurdenDirektvermarkter und Manufakturen der AMA-Genuss Region für ihren Website- und SocialMedia-Auftritt und – sofern vorhanden – die Bestellmöglichkeit via Internet.

„Wir freuen uns natürlich sehr, denn die Auszeichnung zeigt auch, dass wir ein sehr gutes Team haben. Bewertet wurde nicht nur der web-Auftritt, sondern die Bestellabwicklung vom Eintreffen über die Verpackung bis zum Versand“, sagt Doris Farthofer. Zwei Mal hat die Jury ein Mysteryshopping durchgeführt und bewertet und die Mostelleria schnitt dabei sehr gut ab. „Die letzten Jahre waren durch die Pandemie hart, da freut man sich natürlich über solche Erfolge umso mehr.“

Eine Auszeichnung haben die Farthofers auch beim Craft Spirits Awards Berlin, den weltweit wichtigsten Wettbewerb, für handgemachte Spirituosen, errungen. Der „Bio-Birnendessertwein Mostello! Jahrgang 2014“ gewann in der Kategorie Likörwein – „best in class“.

„Das freut uns natürlich besonders, weil der Mostello unser Baby ist, mit dem alles begann“, sagt Farthofer.

Wo Licht ist, gibt es leider auch Schatten. Der Ukraine-Krieg trifft die Mostelleria auch direkt. Ein Bio-Lebensmittelladen in Kiew wollte Produkte in sein Sortiment aufnehmen. Proben waren schon geliefert.

Und für ihren neuen Betrieb hatten die Farthofers eine Getreidereinigungsmaschine bestellt, die aus der Ukraine kommen sollte. Doch das Werk wurde bombardiert. „Aber das ist natürlich nichts im Vergleich dazu, was die Menschen in der Ukraine erleiden. Man kann nur hoffen, dass dieser Krieg rasch endet“, sagt Farthofer.

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