Ab 1. Juni: Sterlike ist WRA-Chef. Geschäftsführer soll Entwicklung der Region um Amstetten vorantreiben.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 19. Mai 2021 (05:01)
Der designierte WRA-Geschäftsführer Günther Sterlike (Mitte) mit den Bürgermeistern (von links) Anton Kasser, Michaela Hinterholzer, Christian Ha-berhauer und Hannes Pressl.
Foto: Stadt Amstetten
Stadt Amstetten

Die Würfel sind gefallen: Mit Umlaufbeschluss hat die Generalversammlung der Wirtschaftsraum Amstetten GmbH (WRA) Günther Sterlike zum Geschäftsführer bestellt. Er löst in dieser Funktion Amstettens Bürgermeister Christian Haberhauer und Ardaggers Ortschef Hannes Pressl ab, die nach der Gründung interimsmäßig die Leitung der Gesellschaft übernommen haben.

Die HAPEKO-Personalvermittlung aus Linz war damit beauftragt, geeignete Kandidaten für die Position des Geschäftsführers zu finden. Von rund 30 Bewerbern wurden sechs zu einem Hearing eingeladen. Letztlich blieben zwei Personen in der engeren Wahl und Sterlike machte das Rennen. Als ÖBB-Immobilien-Entwickler war er ja in den letzten Jahren maßgeblich an der Erarbeitung des Masterplans für das Quartier A beteiligt, was letztlich den Ausschlag zu seinen Gunsten gegeben haben dürfte.

Dies bestätigt auch der Amstettner Bürgermeister: „Günther Sterlike kennt das Quartier A sehr gut und er ist ein Garant dafür, dass wir dort schnell in die Umsetzungsphase kommen“, sagt Haberhauer.

Vor allem bei der Remise will man rasch Nägel mit Köpfen machen. Gemeinsam mit der ecoplus wird die WRA deshalb einen Architektenwettbewerb ausschreiben. „Wir wollen die Remise neu denken, dennoch muss auch ihre Seele erhalten bleiben“, erläutert der Stadtchef. Anders ausgedrückt heißt das, dass die wichtigen Elemente der Remise erhalten und in die neue Architektur integriert werden sollen, zugleich aber auch Raum für eine Weiterentwicklung geschaffen werden muss.

„Es wird daher auch nicht einfach einen Abriss der Remise geben, sondern ein Überbauen, Draufbauen und Höherbauen. Ich bin schon selbst sehr auf die Visionen der Architekten gespannt“, sagt Haberhauer. Im Herbst sollen die Konzepte auf dem Tisch liegen, dann werden WRA und ecoplus darüber befinden, wer den Zuschlag bekommt.

Remise als Startschuss für Bautätigkeit

„Die Remise wird sozusagen den Startschuss für die Bautätigkeit beim Quartier A geben. Wir wollen auf dem Areal aber insgesamt vom Norden her rasch ins Bauen kommen und damit auch den ersten großen Lärmschutz definieren“, erklärt Sterlike. Hand in Hand damit muss natürlich auch die Schaffung von Parkraum gehen, der derzeit im Bereich der Remise knapp ist.

Aber darin sieht der neue Geschäftsführer kein Problem. „Die ecoplus hat ja auch Flächen rund um die Remise erworben, auf denen wir provisorische Parkplätze anbieten können. Wir wissen nicht, wie sich die Mobilität in den nächsten Jahren entwickeln wird, aber wir haben gerade mit dem Quartier A und seiner Nähe zur Bahn die Chance, die Vorteile des öffentlichen Verkehrs hervorzuheben. Ich möchte beim Quartier A später keine Familie mit drei Autos wohnen haben, wie es jetzt oft schon üblich ist.“

Sterlike ist es auch wichtig, schon während der Bauphase „das Leben“ in die Remise hinein zu holen. „Die Flächen, die wir außen und auch in der Halle 3 nutzen können, werden für Veranstaltungen mit Gastro für Jung und Alt zur Verfügung stehen.“

Man müsse den Menschen von Anfang an die Möglichkeit bieten, sich mit dem Quartier A zu identifizieren. Das habe vor ein paar Jahren bei den 16- und 17-Jährigen mit der Remise gut funktioniert. „Die Jugendlichen, die damals zu den Partys kamen, sind jetzt über 20 und jene Generation, die in Makerspace und in E-Sports vernetzt ist. Das ist wichtig, weil es die Gefahr verringert, dass wir sie, wenn sie studieren gehen, an die Großstädte verlieren“, betont Sterlike.

Der WRA-Geschäftsführer wird seinen Focus aber natürlich nicht nur auf das Leuchtturmprojekt in Amstetten legen, sondern muss alle an der Gesellschaft beteiligten Gemeinden im Umfeld von Amstetten im Blick haben: „Denn es geht ja um die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region samt Mobilität und Brownfieldmanagement. Es gibt einen klaren Auftrag der Eigentümer an den Geschäftsführer, dafür einen Masterplan samt Budgetplänen zu erstellen. Wir schätzen, dass es ein halbes Jahr Einarbeitszeit brauchen wird und eineinhalb Jahre, um diesen Masterplan auszuarbeiten und auch erste wichtige Kontakte mit Unternehmen zu knüpfen“, sagt Haberhauer.

Handlungsspielraum für den Geschäftsführer

Dem WRA-Geschäftsführer wird von den Gemeinden bei seiner Arbeit viel Handlungsspielraum eingeräumt. „Wir haben die Gesellschaft ja bewusst als GmbH aufgesetzt, damit er Dinge frei entscheiden kann. Die Veräußerung von Flächen braucht aber auf jeden Fall einen Beschluss der Generalversammlung“, betont der Amstettner Bürgermeister.

Letztlich werde der Geschäftsführer natürlich an seinen Erfolgen gemessen und da gäbe es laut Haberhauer einen klaren Gradmesser, der da lautet: „Wie viele Arbeitsplätze wurden durch die Wirtschaftsraum Amstetten GmbH in der Region geschaffen? Diese Zahl wird irgendwann auf dem Tisch liegen.“