Amstettner Haabergbach ist gezähmt

Am Freitagnachmittag wurde mit der Eröffnung des Hochwasserschutzes Haabergbach der Schlusspunkt unter ein Projekt gesetzt, zu dem es schon im Jahr 1995 erste Studien gab. 2019 erfolgte endlich der Startschuss und trotz Corona wurde das Vorhaben wie geplant umgesetzt. 84 Objekte und 191 Bewohner werden durch die gefinkelte Anlage nun vor den Fluten des Haabergbaches und des Mühlbaches geschützt.

Hermann Knapp
Hermann Knapp Erstellt am 18. September 2021 | 12:51
New Image
Eröffnung des Hochwasserschutzprojekts Haabergbach: Landeshauptfraustellvertreter Stephan Pernkopf, Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer und Bürgermeister Christian Haberhauer mit Stadtpolitikern und Feuerwehrleuten.
Foto: Knapp

"Hochwassergefahr bedeutet für die Menschen immer Angst, Stress und Bangen um das eigene Hab und Gut. Mit diesem Schutzprojekt können wir die Amstettner vor einem Hochwasser-Ereignis am Haabergbach schützen und von diesem ständigen Zittern befreien", sagte Landeshauptfraustellvertreter Stephan Pernkopf bei der Eröffnung. Er wies darauf hin, dass das Land in den letzten Jahrzehnten 300 Gemeinden hochwassersicherer gemacht habe. 1,2 Milliarden Euro seien dafür investiert worden.

Doch absoluten Schutz, so Pernkopf, gebe es nicht. "Wenn es 200 Liter am Quadratmeter regnet, wie wir das im Juli in manchen Gemeinden erlebt haben, kann man noch so viel verbauen, das ist nicht zu verkraften."

Bürgermeister Christian Haberhauer bedankte sich beim Land und beim Bund für die Bereitstellung der nötigen Mittel für das Schutzprojekt, das mit einem 142 Meter langen Entlastungsgerinne zwischen Haabergbach und Mühlbach und drei Absperrbauwerken  rund 2,1 Millionen Euro gekostet hat. Die Stadt hat selbst  583.000 Euro beigesteuert.

Die Anlage hat sich im Juli auch schon bewährt, obwohl sie  noch nicht elektrifiziert war und von der Feuerwehr händisch bedient werden musste. "Wir haben damals den Mühlbach abgesperrt, damit er die Häuser entlang der Waidhofner Straße nicht unter Wasser setzen konnte. Die Fließrichtung des Haabergbaches haben wir umgedreht und das Wasser Richtung Ybbs ausgeleitet", berichtet Haberhauer. "Die Investition hat sich also schon einmal bezahlt gemacht." 

Der Bürgermeister bedankte sich auch bei den bauausführenden Firmen und bei den Grundeigentümern, die die Realisierung des Vorhabens überhaupt erst möglich gemacht haben.

Mehr zum Hochwasserschutzprojekt lesen Sie in Ihrer nächsten NÖN-Ausgabe.