Mutmaßlicher Brandstifter vorübergehend festgenommen

Erstellt am 05. Juli 2022 | 10:47
Lesezeit: 2 Min
Brandstiftung Amstetten
Die Auswirkungen der Brandstiftung im Dezember 2012. 
Foto: NOEN, Brandstiftung in Amstettener Kirchen
Lange schien es so, als blieben die Brandanschläge auf Amstettner Kirchen im Dezember 2012 ungeklärt. Doch nun klickten für einen (jetzt 30-jährigen) Verdächtigen die Handschellen, wie der Sprecher der Staatsanwalt, Leopold Bien, gegenüber der NÖN bestätigte. „Es hat sich gegenüber einem Beschuldigten eine neue Verdachtslage ergeben und daher wurde eine Festnahmeanordnung erlassen und auch vollzogen.“
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Inzwischen sei der Mann wieder entlassen worden, „weil der Haftgrund Fluchtgefahr durch gelindere Mittel substituiert werden konnte“, wie Bien erklärt. Die Ermittlungen gegen den Verdächtigen laufen aber auf Hochtouren weiter. Welche neuen Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft vorliegen, wollte Bien nicht weiter ausführen. Nach Abschluss der Ermittlungen wird entschieden, ob es zu einer Anklage kommt.

Tatsächlich dürfte es sich bei dem Verdächtigen um einen jungen Mann handeln, der schon 2012 ins Visier der Kriminalisten geriet. Damals verschaffte ihm eine Verwandte allerdings ein Alibi.

Der Kriminalfall:

Am 23. Dezember2012 legte ein Unbekannter in der Klosterkirche in Amstetten Feuer. Das Gotteshaus brannte zur Hälfte aus, die Fenster zur Rathausstraße hin waren alle zerstört, ebenso der Beichtstuhl in deren unmittelbarer Nähe. Die Holzkastendecke war verkohlt und der Ruß hatte den ganzen Innenraum mit einem Film überzogen. Der Schaden betrug 950.000 Euro. Erst im Oktober 2013 konnte die Kirche der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden.

Wir berichteten: 

Auch in der Stadtpfarrkirche St. Stephan zündelte der Unbekannte. Doch der Versuch eine Erntedankkrone aus Stroh in Brand zu setzen scheiterte. Und zum Glück gelang es ihm auch nicht in der Herz Jesu Kirche während einer Messfeier eine Ankündigungstafel anzuzünden. Auch da erloschen die Flammen von selbst. Zeugen beschrieben damals den Mann als 20 bis 25 Jahre alt, etwa 1,75 Meter groß und von sportlicher Statur, mit dunklen, kurzen Haaren. Der Verdächtige habe einen betrunkenen Eindruck gemacht.

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