Missbrauch: Kind erinnerte sich in Aufklärungsstunde

Im Aufklärungsunterricht erinnerte sich Mädchen, dass ihr Vater sich an ihr vergriffen hatte. Senat präsentiert späte Rechnung.

Erstellt am 09. Mai 2018 | 05:53
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Beileidigtes Kind - Schatten
Foto: www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)

„Nach der Trennung der Eltern hat das fünfjährige Mädchen öfters im Haus seines Vaters übernachtet, dabei ist es zu sexuellen Übergriffen gekommen. Dreimal hat der Angeklagte an dem Opfer eine dem Beischlaf gleichzusetzende Handlung vorgenommen, es dabei besonders erniedrigt“, warf Staatsanwalt Leopold Bien in einem Prozess einem 40-Jährigen aus Amstetten vor.

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„Opfer hat nicht sofort die Bedeutung der Vorgänge erkannt“

Ans Tageslicht seien die Abscheulichkeiten, so der Ankläger weiters, erst Jahre später gekommen. „Das Opfer hat nicht sofort die Bedeutung der Vorgänge erkannt, erst im Laufe der Zeit war es in der Lage, sie einzuordnen.“

Zu den Anschuldigungen war der Angeklagte im Prozess am Landesgericht in St. Pölten – er wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit einvernommen – nicht geständig.

Schuldig gesprochen wurde der Amstettner von einem Schöffensenat nach umfangreichem Beweisverfahren und fasste wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen und Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses fünfeinhalb Jahre hinter Gittern aus.

Bei der Urteilsverkündung begründete Richterin Doris Wais-Pfeffer die Entscheidung des Senats. „Im Unterricht in der Schule ist das Mädchen daraufgekommen, dass Schlimmes passiert war“, sagt sie. Und weiters: „Wir sind der Ansicht, dass das Opfer die Wahrheit sagt, es gibt keine Hinweise auf eine Fremdsuggestion.“

Das Urteil nahm der 40-Jährige nicht an. Sein Verteidiger legte sofort volle Berufung ein.