Von Schaumrollen bis zu Sandwiches. Insgesamt 293 Infektionen meldet das Gesundheitsministerium mit Stand 29. April, 12 Uhr, für den Bezirk Amstetten. Nach mehreren Tagen ohne Erkrankungen, gibt es also wieder zwei neue Fälle. Da die Bürgermeister von der Behörde keine offiziellen Zahlen bekommen, wie viele Menschen schon wieder gesund sind, gibt es dazu nur ungenaue Angaben. Es dürften aber um die 240 sein.

Von Red. Amstetten. Erstellt am 29. April 2020 (12:14)
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Rot-Kreuz-Bezirksstellengeschäftsführer Herbert Haselsteiner (r.) und Rot-Kreuz- Ausbildungsverantwortlicher Franz Blumauer mit den gespendeten Kirchdorfer-Schaumrollen.
Bezirksstelle Rotes Kreuz

Dass die Bevölkerung die Arbeit der Hilfsorganisationen im Bezirk zu schätzen weiß, berichtet das Rote Kreuz. Beinahe wöchentlich treffen in der Bezirksstelle in Amstetten Sachspenden von Privatpersonen aber auch Firmen ein.

„Es ist wirklich überwältigend, wie groß zurzeit die Unterstützung der Bevölkerung ist. Ich bin jetzt 25 Jahre beim Roten Kreuz, aber so eine Welle der Solidarität uns gegenüber war noch nicht da“, berichtet Herbert Haselsteiner, Bezirksstellengeschäftsführer des Roten Kreuzes Amstetten. „Das freut uns natürlich sehr und motiviert in Zeiten wie diesen ungemein. Dafür möchte ich an dieser Stelle Danke sagen.“

So brachte etwa die Bäckerei Kirchdorfer eine ganze Schachtel Schaumrollen für die 40-köpfige Mannschaft der Rot-Kreuz-Bezirksstelle vorbei. Die Firma Subway versorgte das Rettungsteam mit Sandwiches, die Grillbar spendierte für alle ein Mittagessen und die Firma Umdasch überließ ihre gesamte Kaltverpflegung mit Milchprodukten dem Roten Kreuz.

„Und ein Privater hat uns eine Pizza geliefert, damit wir bei Kräften bleiben“, erzählt Herbert Haselsteiner schmunzelnd. Das ist auch wichtig, denn neben dem regulären Rettungs- und Krankentransportdienst, der Aufrechterhaltung der Notfallrettung, der Notrufhilfe sowie der Hauskrankenpflege, dem Essen a la carte und dem Team Österreich, sind nun täglich ein bis zwei Mitarbeiter der Bezirksstelle unterwegs, um Corona-Abstriche durchzuführen. Darüber hinaus ist ein Einsatzfahrzeug ausschließlich für COVID-19-Erkrankte abgestellt. „Da führen wir wöchentlich derzeit zwischen 30 und 40 Fahrten durch“, so der Bezirksstellengeschäftsführer.  

Selbstverständlich versieht die Mannschaft, nun unter noch weitaus verschärften hygienischen Maßnahmen als sonst, ihren verantwortungsvollen Dienst. Das Tragen von Overall, Schutzbrille, Atemschutzmaske vom Typ FFP3 und Latexhandschuhen ist Usus. Die Bezirksstelle erhält pro Woche ein gewisses Kontingent an Schutzausrüstung für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

„Es dient der Sicherheit, geht sich zwar immer aus, ist aber knapp bemessen. Wenn wir diese Schutzausrüstung nicht hätten, würden wir unsere Leute gefährden. Eine Erkrankung wäre dann nur eine Frage der Zeit.“ Zu guter Letzt hat Herbert Haselsteiner noch eine Bitte an die Bevölkerung: „Folgt auch weiterhin den Anordnungen der Bundesregierung. Es ist noch nicht überstanden. COVID-19 sieht man nicht, aber es ist da.“