Apotheke

Erstellt am 21. Oktober 2013 | 08:23
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Foto: NOEN, Anton Kovacs
im Einkaufszentrum in Neufurth verhindern.
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Von Hannes Hirtenlehner

Wer um die Errichtung einer neuen Apotheke ansucht, muss damit rechnen, dass die bereits etablierten Berufskollegen ihr Gebiet verteidigen. Das ist auch Florian Göttlinger klar. Denn der heimatverbundene Mostviertler, der derzeit noch in der Stadtapotheke Amstetten tätig ist, will künftig einen eigenen Standort im Mostviertler Einkaufszentrum in Neufurth errichten. Mit seiner ehemaligen Chefin, die früher als Leiterin der Anstaltsapotheke des AKH Wien eine der führenden Krankhausapothekerinnen in Österreich war, reichte er deshalb ein Ansuchen bei der Bezirkshauptmannschaft Amstetten ein.

„Inzwischen haben fünf Apotheken Einspruch erhoben. Das ist aber auch ihr Recht, schließlich geht es da auch um die Parteienstellung im Verfahren und den damit verbundenen Informationsfluss“, berichtet Göttlinger: „Nur mein Chef in der Stadtapotheke Amstetten hat von einem Einspruch abgesehen.“ Zwei weitere Apotheker aus Amstetten sowie Kollegen aus Aschbach, Seitenstetten und von der am nächsten gelegenen Apotheke „Zur Hofmühle“ in Hausmening machten aber von ihrem Einspruchsrecht Gebrauch – und zeigten bereits, dass ihnen im Verfahren auch kein Detail entgeht. „Sowohl in Hausmening als auch in Neufurth gibt es einen „Schwarzen Weg“. Weil die Postleitzahl gleich ist, ist hier der Behörde eine Verwechslung passiert.“ Und obwohl klar war, dass der neue Standort im Zuge einer künftigen Erweiterung im Mostviertler Einkaufszentrum am „Schwarzen Weg“ in Neufurth entstehen soll, kam der Einspruch der Konkurrenz sofort. Deshalb bedarf es nun einer neuen Verlautbarung im NÖ Amtsblatt.

Göttlinger nimmt die Einsprüche dennoch gelassen: „Es zeigt nur, wie genau sich das die Konkurrenz anschaut: Da wird auf Punkt und Beistrich aufgepasst. Natürlich hat jeder gewusst, welcher „Schwarze Weg“ gemeint war. In Wahrheit hat dieser kleine Fehler aber im weiteren Verfahren keine Konsequenzen.“

Große Bedeutung wird hingegen der Stellungnahme der NÖ Apothekerkammer eingeräumt. Neben der Zahl der zu versorgenden Personen – es müssen 5.500 sein – ist auch die Entfernung vom nächsten Standort ein entscheidendes Kriterium.

Friederike Auner, Konzessionärin der Apotheke „Zur Hofmühle“, hatte gegenüber der NÖN schon in einer ersten Stellungnahme betont, dass ihrem Standort nur 3.600 Leute zur Versorgung übrig bleiben würden. Auch der Abstand sei viel zu gering.

Göttlinger ist dennoch zuversichtlich: „Es geht dabei ja um den gesicherten Fußweg, der ganz genau vermessen wird. Abkürzungen über die Wiese zählen da nicht.“ Dass sich das Verfahren noch länger hinziehen könnte, ist für Göttlinger kein Problem: „Inzwischen arbeite ich natürlich in der Stadtapotheke weiter.“ Langfristig möchte sich der Mostviertler aber gerne eine eigene Apotheke in der seiner Heimatregion aufbauen.

Wie begehrt das Mostviertler Einkaufszentrum als Standort ist, zeigt der Umstand, dass auch Friederike Auner ihre Apotheke dorthin verlegen möchte, falls Göttlingers Ansuchen abgelehnt wird: Sie müsste dazu um eine Erweiterung ihrer Konzession ansuchen.

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