Mehr Arbeitslose, mehr Beschäftigte. 2019 war Arbeitslosenquote so niedrig wie seit 2012 nicht mehr. 2020 erwartet AMS-NÖ-Chef einen Anstieg.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 08. Januar 2020 (02:27)
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Zufrieden mit dem abgelaufenen Jahr 2019 zeigt sich Sven Hergovich, seit Juli 2018 Geschäftsführer des AMS Niederösterreich.
Franz Gleiß

Einen Anstieg bei den Arbeitslosen, bei den Beschäftigten und beim Arbeitskräfteangebot sieht Sven Hergovich für 2020. „Zwar bremst die internationale Konjunktur Österreichs Wirtschaft, andererseits wirkt die starke Inlandsnachfrage im kommenden Jahr wachstumsstabilisierend“, blickt der Chef des Arbeitsmarktservice NÖ voraus. Die Arbeitslosigkeit wird laut Prognose des AMS um rund 2,2 Prozent auf im Jahresdurchschnitt 51.900 Personen steigen.

Das Arbeitskräfteangebot werde, so Hergovich, zum Einen wegen des Zustroms an Arbeitskräften aus dem EU-Raum anwachsen, zum Anderen auch wegen der steigenden Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Arbeitskräften. Im Jahresdurchschnitt werden 2020 nach Erwartungen des AMS NÖ 688.200 Personen dem NÖ Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen – ein Plus von einem Prozent. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten soll um rund 0,9 Prozent auf 636.300 Steigen. Die Arbeitslosenquote bleibt den Erwartungen nach wie 2019 bei 7,5 Prozent.

„2019 haben wir die niedrigste Arbeitslosenquote seit dem Jahr 2012 erreicht.“ AMS NÖ-Chef Sven Hergovich

„2019 haben wir mit einer Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent den positiven Trend der letzten beiden Jahre fortgesetzt und die niedrigste Arbeitslosenquote seit dem Jahr 2012 erreicht“, zeigt sich Hergovich mit dem abgelaufenen Jahr zufrieden. Die Arbeitslosenquote lag um 0,3 Prozentpunkte unter jener von 2018.

Der Bestand an arbeitslosen Personen ging um 3,2 Prozent auf 50.800 Personen zurück. Mehr als 80.000 Niederösterreicher haben das Jahr mit einer Arbeitsaufnahme beendet, 72.500 freie Stellen und Lehrstellen wurden mit einer Arbeitskraft besetzt. Bei der Jugendarbeitslosigkeit hatte NÖ mit einem Rückgang von 10,5 Prozent auf durchschnittlich 4.650 Jugendliche den prozentuell stärksten Rückgang in Österreich.

An Schwerpunkten für 2020 hat sich das AMS NÖ vor allem die Senkung der Langzeitarbeitslosigkeit, die Bekämpfung des Fachkräftemangels und die Betreuung von Personen über 50 Jahren vorgenommen.

Dafür steht 2020 wieder mehr Geld zur Verfügung. Das AMS-Budget fällt mit voraussichtlich 209 Millionen Euro deutlich höher aus. 194,2 Millionen Euro waren es 2019, nachdem die schwarz-blaue Regierung das Budget für 2019 um ganze 23,3 Millionen Euro gegenüber 2018 gekürzt hatte. Zwar sind, so das AMS NÖ gegenüber der NÖN, bis Februar nur 65 Prozent des Budgets tatsächlich auch freigegeben, allerdings werden keine großen Änderungen bei der Budgethöhe erwartet.