Drei Opferstockdiebe in Kirche geschnappt. Im Stift Ardagger wollten drei Rumänen nach Geld angeln, ein Zeuge beobachtete sie und rief Polizei. Trio fasste nun Strafen aus.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 29. Mai 2018 (04:20)
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„Wir wollten uns nur die Kirche anschauen, weil sie so schön ist“, sagt eine 27-jährige Rumänin. Gemeinsam mit ihrem gleichaltrigen Ehemann und ihrem Bruder (18) wurde sie im Stift Ardagger beim Hantieren an einem Opferstock erwischt. Wegen versuchten Diebstahls sitzt das Trio nun vorm Strafrichter.

Geschnappt wurden die Rumänen dank eines aufmerksamen Zeugen. „Ich bin ihnen nachgefahren, dann habe ich gesehen, dass ihr Auto vor der Kirche beim Stift Ardagger parkt. Ich habe gleich vermutet, wo sie sind. Als ich in die Kirche bin, haben sie gerade versucht, Geld aus einem Opferstock zu fischen“, berichtet dieser im Prozess am Landesgericht.

"Wir haben Geld für Operation gebraucht"

Sichergestellt wurden bei den Angeklagten bei der Festnahme mehrere zu Zangen geformte Blechstücke, umwickelt mit Klebeband, ein Stück Draht sowie einige gefaltete Geldscheine.

Letztlich ringen sich zwei der Angeklagten doch noch zu einem Geständnis durch. „Wir haben Geld gebraucht für die Operation unserer kranken Tochter“, erklärt die 27-Jährige. Ihr Bruder will nach wie vor nichts mit der Aktion am Hut haben. „Ich habe in der Kirche gebetet“, so der 18-Jährige.

Der Richter spricht alle drei schuldig. Für die einschlägig vorbestrafte Angeklagte setzt es ein Jahr teilbedingt, ein Monat davon hinter Gittern. Ihr bislang unbescholtener Ehemann kommt mit acht Monaten auf Bewährung davon, der Jugendliche wird zu vier Monaten bedingt verurteilt (rechtskräftig).