Großer Ärger: Die Post bringt nicht allen was. In Stephanshart häufen sich Beschwerden über falsch oder erst spät zugestellte Briefe und Pakete. Die Post bestätigt einzelne Vorfälle, vor allem aufgrund von Krankenständen.

Von Peter Führer. Erstellt am 23. Januar 2018 (03:39)
Peter Führer
Unter anderem leere Postkästen sorgen bei Margit Waser und Josef Dietl seit geraumer Zeit für Unmut.

„Angefangen hat es schon vor über einem Jahr, als unser ‚Stammpostler‘ in Pension gegangen ist. Seit diesem Zeitpunkt haben wir uns bereits oft beschwert, da war es einige Wochen besser, bis dann wieder die selben Probleme aufgetaucht sind“, berichtet Margit Waser. Sie ist eine von mehreren Betroffenen in Stephanshart, die sich über von der Post falsch oder sehr spät zugestellte Briefe und Pakete ärgert. Auch bei Nachnahmepaketen gibt es Probleme.

privat
Oft wird die Post in den Landabgabestellen einfach reingestopft. Vor allem bei Regen ein Problem.

„Einmal war es dem Postler anscheinend zu viel Arbeit, das Nachnahmepaket vor die Haustür zu liefern. Er hat im Landabgabekasten einfach eine Nachricht hinterlassen, in der stand, dass keiner zu Hause war. Dabei war ich die ganze Zeit daheim“, ärgert sie sich.

Der Unmut sei auch bei vielen Nachbarn bereits groß. „Es ist ein Glück, dass wir untereinander nicht zerstritten sind. Immerhin landen auch private Informationen wie Rechnungen oder Schreiben von Banken und Versicherungen oft an der falschen Adresse.“ Da könne es schon vorkommen, dass es bei nachbarschaftlichen Geburtstagsfeiern zum umfangreichen – und durchaus unterhaltsamen – „Briefaustausch“ komme.

„Früher hat es funktioniert, aber anscheinend hat man die Post zu Tode gespart.“Josef Dietl über die Probleme bei der Zustellung

Wie Margit Waser ist auch Josef Dietl über die seit längerer Zeit anhaltenden Probleme bei der Postzustellung frustriert. Vor allem, wenn es bei der Post Krankenstände gibt, würden sich die Vorfälle häufen. Die Ersatzzusteller und -zustellerinnen wären auch mangels Ortskenntnisse schlicht und ergreifend überfordert.

„Da ist es teilweise eine Katastrophe und es geht drunter und drüber. Früher hat es funktioniert, aber anscheinend hat man die Post zu Tode gespart“, äußert Dietl seinen Unmut.

Einmal habe er auch eine Mahnung bekommen, obwohl er eine vorhergehende Rechnung nie erhalten hat. „Der nächste Wahnsinn ist, dass die Zustellung immer zu anderen Zeiten erfolgt, man kann sich darauf nicht einstellen.“ Problematisch sei das vor allem bei schlechtem Wetter, wenn Landabgabestellen und Post durch Regen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Post sieht Probleme bei Krankenständen

Sowohl Dietl als auch Waser haben diesbezüglich bereits mehrere Anfragen an die Post gerichtet. Dort habe man stets versichert, mit neuen Nachschulungen für eine Verbesserung der Lage zu sorgen.

Auf Nachfrage der NÖN erklärt Pressesprecher David Weichselbaum: „Wir haben rückläufigen Briefversand, gleichzeitig aber extremes Wachstum im Paketbereich. Auf diese Entwicklungen bauen wir unsere Personalplanungen auf. Bei Krankenständen haben wir Personalreserven, aber es kann natürlich zu Problemen kommen, wenn jemand aufgrund von Krankenständen in einem unbekannten Gebiet unterwegs ist.“

Springereinsatz sorgte für Verzögerungen

In Ardagger habe es vereinzelt Beschwerden gegeben, auch, weil der Stammzusteller von Mitte Dezember bis Anfang dieser Woche im Krankenstand war. „Es war ein Springer im Einsatz, wodurch es vereinzelt zu Verspätungen gekommen ist. Von Nicht-Zustellungen ist mir allerdings nichts bekannt“, führt Weichselbaum weiter aus.

Seit Montag der vergangenen Woche sei der Stammzusteller wieder in Ardagger unterwegs, im Idealfall sollte die Zustellung somit wieder besser funktionieren. Darauf hoffen freilich auch Margit Waser und Josef Dietl: „In der Vergangenheit war es ein Chaos. Hoffentlich hat dieses Kasperltheater irgendwann ein Ende.“