Landhaus droht das Ende. Sollte man keinen Käufer finden, bleibt das Landhaus Stift Ardagger ab 20. Dezember geschlossen.

Von Peter Führer. Erstellt am 03. Dezember 2019 (05:58)
Das Eigentümerpaar Franz Wagner und Erika Wagner-Beil hofft, einen Käufer für das Landhaus zu finden. Interessenten können sich unter0664/35 74 647 melden. Erst vor kurzem erhielt das Lokal von „Gault Millau“ wieder eine Haube verliehen.
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Das Landhaus Stift Ardagger steht vor dem Aus. Schon seit geraumer Zeit sucht das Eigentümerpaar Franz Wagner (66) und Erika Wagner-Beil (60) einen Käufer für das Haubenlokal. Bis jetzt ohne Erfolg. „Wenn wir keinen Käufer finden, dann bleibt das Restaurant ab dem 20. Dezember geschlossen. Dann wird es nur noch die Zimmervermietung geben“, klärt Franz Wagner auf. Von einer Schließung wären vermutlich zehn Mitarbeiter betroffen.

Es habe zwar bereits in der Vergangenheit einige Interessenten gegeben, ernst zu nehmende Kandidaten wären allerdings nicht dabei gewesen. Ein Grund dafür sei, dass viele davor zurückschrecken, in die Gastronomie einzusteigen. Die Branche habe nämlich mit vielen Problemen zu kämpfen.

Personalmangel und Konkurrenz der Vereine

Unter anderem leide man, wie Wagner ausführt, unter anhaltendem Personalmangel. „Ich suche zum Beispiel seit über einem Jahr Service-Mitarbeiter. Auch viele meiner Kollegen haben dasselbe Problem, dass man einfach kaum mehr Personal findet. Daher mussten wir mit 1. Oktober auch die Öffnungszeiten reduzieren. Wir haben nur noch von Montag bis Donnerstag ab 18 Uhr geöffnet und an einigen weiteren ausgewählten Tagen“, berichtet er.

Er könne nicht verstehen, dass es in Mangelberufen Arbeitslose geben kann. „Dabei sind die Bedingungen nicht so schlecht, wie man oft zu hören bekommt. Gerade im Mostviertel gibt es sehr gute Arbeitsbedingungen.“

Auch die allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen und fehlende Unterstützung durch die Politik seien große Stolpersteine. „Wenn ich mir ansehe, wie gut zum Beispiel Vereinskantinen, dank der großzügigen Förderung ausgebaut sind und wie viele sich daher nur noch dort treffen und nicht mehr in den Gasthäusern, dann braucht man sich über Probleme in der Gastronomie nicht wundern. Außerdem gibt es viele Gesetze und diverse Richtlinien, die unsere Lage noch verschlimmern“. Beispielsweise das Anfütterungsverbot. Viele Kunden hätten mittlerweile Angst, jemanden zu einem Geschäftsessen einzuladen. Franz Wagner befürchtet, dass in Zukunft weitere Betriebe aufgrund der selben Probleme zusperren müssen.