Jagdleiter Johann Prinz: „Naturschutz geht alle an“

Erstellt am 18. Mai 2022 | 04:07
Lesezeit: 3 Min
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Jagdleiter Johann Prinz verweist auf das richtige Verhalten in Erholungsgebieten und hofft auf gegenseitiges Verständnis.
Foto: Führer
Ardagger Markts Jagdleiter Johann Prinz lud zur offenen Gesprächsrunde.
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„Als Jäger bewegen wir uns viel in der Natur und sehen die Probleme, die durch Menschen entstehen. Ich denke aber, dass es immer Lösungsansätze gibt“, erklärt Johann Prinz, Jagdleiter von Ardagger Markt. Um das gegenseitige Verständnis von allen, die sich in der Natur bewegen, zu fördern, lud die Jägerschaft vor Kurzem zu einer offenen Gesprächsrunde ins Gasthaus Schatzkastl.

Unter dem Motto „Naturschutz geht uns alle an“, nahmen Jäger, Vertreter der Land- und Forstwirtschaft, der Naturschutzbehörde Oberösterreich sowie der Gemeinde und des Laufclubs teil. Ziel war es, gemeinsam die Bedürfnisse und Interessen zu besprechen. Als Jäger verweist Prinz darauf, dass man in einer kultivierten Naturlandschaft nicht alles sich selber regeln lassen könne. „Wir Jäger machen sicher nicht immer alles richtig, aber wir müssen schon regulativ eingreifen. Wir sind vor allem der Landwirtschaft verpflichtet“, führt er aus.

Spaziergänger und Hunde schrecken Wild auf

Durch die viele Bewegung der Menschen in der Natur, etwa am Treppelweg entlang der Donau, werde das Wild immer mehr zum Nachtwild. Das erschwere das Einhalten der gesetzlichen Abschusspläne. Denn Spaziergänger, insbesondere die abseits des Weges unterwegs sind, und Hunde schrecken die Tiere stark auf. „Nicht falsch verstehen: In der Natur Erholung zu suchen, das ist ganz gut und sehr wichtig. Aber es muss auch Regeln geben, an die man sich halten muss“, unterstreicht Prinz.

Prinz spricht sich auch dafür aus, weniger Grünflächen zu verbauen und stattdessen vermehrt bestehende Gebäude und Flächen zu nützen. Eine große Rolle spiele die Landwirtschaft. Hier brauche es höhere Förderungen, etwa wenn landwirtschaftliche Flächen von Bauern der Natur vorbehalten werden sollen. „In der Vergangenheit hat man hier immer nur halbherzig agiert. Das müsste attraktiver gestaltet werden, denn wenn der Erlös durch den Anbau höher ist, wird man auf die Fläche nicht verzichten“, weiß Prinz. Wenn die Gesellschaft Naturschutz möchte, dann müsse sie eben einen Beitrag leisten.

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