Marktstandler: „Man darf uns nicht verrecken lassen“. Ernst Barth über die verheerenden Auswirkungen der Coronakrise auf Marktstandler.

Von Peter Führer. Erstellt am 02. August 2020 (04:16)
Auch Marktfahrer kämpfen ums Überleben
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Großer Ärger herrscht bei den Marktstandlern über die aktuellen gesetzlichen Regelungen. Diese haben ja dazu geführt, dass man sich entschieden hat, den Kollmitzberger Kirtag abzusagen.

„Das Problem ist, dass der Bundes- und Landesfeuerwehrverband ein Veranstaltungsverbot erlassen hat. Daher sagt auch der Musikvereinsobmann, dass er sich nicht über die Veranstaltung drüber traut. Dann tut auch der Pfarrverband nicht mit. Wenn dann alle nicht mitmachen, kann man den Kirtag nicht durchführen“, erklärt Marktstandler Ernst Barth, Obmannstellvertreter des Markthandels in Niederösterreich. Er betont, dass Bürgermeister Hannes Pressl alles versucht habe, die Veranstaltung doch zu ermöglichen. Schuld seien jedenfalls die Maßnahmen der Bundesregierung.

„Für uns Standler ist es total unverständlich, wenn ausländische Kirchen normal ihre Feiern abhalten dürfen, aber kein Dorffest stattfinden darf. Die Verordnungen sind so formuliert, dass man als Veranstalter sich nicht mehr drüber traut. Unsere Branche ist tot“, sagt Barth.

„Unsere Branche ist tot.“Marktstandler Ernst Barth aus Neustadtl

Auch ist er skeptisch, dass es nächstes Jahr einen Kirtag in gewohnter Form geben wird. „Wenn die Vereine das glauben, dann werden sie sich täuschen. Es müsste ein Neustart kommen. Wir Marktstandler sind bei 80 Prozent Umsatzausfall. Die Politik muss verstehen, dass sie uns nicht verrecken lassen darf“, findet er drastische Worte. Man stehe das ganze Jahr ohne Einkommen da. Für ihn wäre es logischer gewesen, zuerst regionale Öffnungsschritte zu setzen und regionale Feste zu erlauben und viel später den internationalen Tourismus wieder zu erlauben. „Um uns hat sich keiner gekümmert, auch die Förderungen sind viel zu wenig."