Nachhaltigkeit im Fokus von Julia Kloibhofer. Julia Kloibhofer aus Ardagger setzt sich aktiv für Nachhaltigkeit ein und engagiert sich auch beim Verein „Zero Waste Austria“ unter anderem für Unverpackt-Läden.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 20. September 2019 (06:39)
Armin Neuhauser
„Wir Jungen wissen, dass nachhaltiges Denken, Handeln und Leben essenziell ist beziehungsweise immer wichtiger wird“, unterstreicht Julia Kloibhofer.

Nicht nur reden, sondern auch tun lautet die Devise von Julia Kloibhofer. Die 22-jährige Kindergartenpädagogin studiert an der Pädagogischen Hochschule in Wien mit dem Ziel, Volksschullehrerin zu werden.

Seit zwei Monaten ist Julia zudem beim Marketingteam des 2017 gegründeten gemeinnützigen Vereins „Zero Waste Austria“ für den Instagram-Auftritt des Vereins zuständig. „Wir leben in einer Welt, in der ressourcenschonender Umgang sich auf allen Ebenen auszahlt. In Österreich wird geteilt, repariert, in Kreisläufen gedacht und gehandelt.

Unter dem Motto ‚less waste – less worries‘, zu Deutsch ‚weniger Müll, weniger Sorgen‘, wollen wir von ‚Zero Waste Austria‘ zur Kreiswirtschaft anregen und ressourcenschonenden Praktiken und Start-ups eine Bühne geben. Mittlerweile haben wir fünfzig nachhaltige Unternehmen gelistet“, erklärt sie. Das Zauberwort heiße heutzutage nämlich „precyceln“.

Also, unnötige Abfälle bereits beim Kauf vermeiden und nur Unumgängliches recyceln. „Den Kopf in den Sand zu stecken und zu meinen, der andere soll doch bitte mal beginnen, ist falsch. Es kann einfach sein, seinen Müll zu reduzieren, wenn man weiß, wo man was bekommt“, meint Julia.

Die Kunst des Verzichts ist für Julia das Gebot der Stunde und dabei sind ihr ihre Großeltern Vorbilder. „ Bei ihnen wird alles repariert, genäht, verwertet und wenn sie etwas wirklich nicht mehr brauchen, hergeschenkt oder umfunktioniert. Je älter ich geworden bin, umso bewusster habe ich mich mit dem Thema ‚Zero Waste‘, also null Müll, auseinandergesetzt.“

„Nicht sinnvoll, Kleider auf den Müll zu werfen“

Daher ist es für Julia selbstverständlich, etwa ihre Kleidung im Amstettner Caritas-Laden zu kaufen. „Nicht nur weil meine Oma dort ehrenamtlich mitarbeitet, sondern weil ich es für nicht sinnvoll erachte, Kleider, die noch okay sind, auf den Müll zu werfen. Erst vor Kurzem habe ich bei Carla ein lässiges Dirndl erstanden. Es sieht aus wie neu.“

Auch beim Lebensmitteleinkauf ist Julia achtsam. „Ich habe immer Stoffsackerl und Behältnisse mit dabei. In Wien gibt es schon einige Unverpackt-Läden, bei uns in der Region tut sich da aber auch schon einiges. Den ersten Unverpackt-Laden gibt es mittlerweile in St. Valentin und auch immer mehr Ab-Hof-Läden bieten schon viele Produkte unverpackt an.“

Deshalb ist Julia gerade dabei, für „Zero Waste Austria“ eine Liste aller ressourcenschonender Geschäfte in der Region Amstetten zusammenzustellen. Bis Jahresende möchte sie diese unter www.zerowasteaustria.at veröffentlichen.

Eines ist klar: Das Angebot macht die Nachfrage! Je mehr Leute beim Einkauf Dosen oder Weckgläser mithaben, umso eher wird auch der Handel dazu bereit sein, umzudenken. „Ich mache das schon eine ganze Zeit und es ist echt keine Hexerei“, sagt Julia. „Außerdem, wer verpackungsfrei lebt, wird nicht länger von bunten Farben und andere Werbetricks verleitet.“

Julia imponiert auch Greta Thunbergs „Friday For Future“-Initiative. Sie selbst versuche, jeden Tag besser zu werden, denn „Zero Waste“ sei ein Prozess, den man nicht von einem auf den anderen Tag lebt. „Wir dürfen die Welt nicht länger ausbeuten, sondern müssen Stellung beziehen und versuchen, individuell einzugreifen.“