Im Iran: Reise in eine andere Welt. Gemeindevertreter besuchten den Iran. Die Ortschefs Hannes Pressl und Anton Kasser erhielten dabei spannende Einblicke.

Von Peter Führer. Erstellt am 12. Februar 2019 (05:57)
privat
Nahmen an der Reise teil (von links): Bürgermeister Helmut Wallner, Landtagsabgeordneter Anton Kasser, Landtagsabgeordneter KarlMoser, Generalsekretär Walter Leiss,Bürgermeister Bernd Strobl und Bürgermeister Hannes Pressl.

„Wenn man etwas über das Reiseziel Iran hört, dann ist die erste Reaktion oft, dass es dort unsicher ist. In Medien hört man immer nur vom Säbelrasseln und dem Israel-Konflikt. Für mich war es interessant, mir die Kultur vor Ort anzusehen“, erklärt Ardaggers Bürgermeister Hannes Pressl. Anlässlich der „Energy Globe Awards“ in Yazd konnten er, Bürgermeisterkollege Anton Kasser (Allhartsberg) und weitere Gemeindevertreter mit einer Delegation des Gemeindebundes an einer Reise in die Islamische Republik teilnehmen. Spannende Einblicke gab es dabei trotz kurzer Anwesenheit (26. bis 29. Jänner) viele.

Gastfreundlichkeit und Straßenhandwerk

So zeigte sich, dass sich im Iran ein großer Teil des Lebens unter freiem Himmel abspielt. Handwerker und Dienstleister reihen sich entlang der Straßen aneinander. Am Gehsteig werden Autos repariert und Möbel neu bezogen. Auch die Gastfreundschaft stach Pressl ins Auge. „Die Bevölkerung war irrsinnig freundlich, offen und inte-ressiert.“ Man habe aber auch gesehen, dass die Regeln des Islams betreffend Kopfbedeckung und Verschleierung für Frauen, das getrennte Anstellen und auch das Alkoholverbot ausnahmslos eingehalten werden. Der Umgang zwischen Mann und Frau sei allerdings ungezwungener als vermutet. „Vor allem jüngere Frauen sind in mittlere Ämter aufgestiegen und rund 50 Prozent aller Studierenden sind mittlerweile Frauen“, erklärt Pressl.

privat
Auch die Moderne hielt in Teilen des Irans ihren Einzug. Wie etwa dieses Einkaufszentrum in der Nähe Teherans zeigt.

Beim Umgang mit Abfall zeigen sich Unterschiede zu Österreich. Zwar handle es sich beim Iran nicht um eine Wegwerfgesellschaft, doch die Trennquote ist mit jener in Österreich nicht vergleichbar. „Im Iran diskutiert man das Thema Müll vor allem unter dem Sauberkeitsaspekt. Der Zugang der Menschen ist noch ein anderer. In Österreich gibt es eine höhere Umwelterziehung“, analysiert Ardaggers Bürgermeister.

privat
Auf Interesse stießen diese historischen Windtürme. Diese sorgen mit einer einfachen Luftzirkulation durch Unterdruck für einen Luftstrom in den Häusern, der besonders im Sommer für Kühlung sorgt.

Eines der zentralen Themen der Reise war der Klimawandel. Bei einer Internationalen Nachhaltigkeitskonferenz kamen Österreichs Vertreter mit jenen aus Nepal, Indien oder afrikanischen Ländern ins Gespräch. „Da sieht man die Diskussion über den Klimawandel in einem ganz anderen Licht. Auch in diesen Ländern zeigt sich ein hohes Bemühen, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu setzen und die CO 2 -Emissionen zu reduzieren. Und das, obwohl der Ressourcenverbrauch in diesen Staaten noch lange nicht so hoch ist wie bei uns“, führt Pressl aus. Mit dabei waren auch Länder, in denen der Anstieg des Meeresspiegels und Trockenheit bereits Thema sind. „In Österreich jammern wir zwar viel, aber eigentlich leben wir im gelobten Land“, so Pressl.