Amstettens FF-Chef tritt ab: „Es hat mich sehr gefreut“. Das Amstettner Feuerwehr-Urgestein Armin Blutsch tritt nach einem Vierteljahrhundert an der Spitze in die zweite Reihe zurück.

Von Otmar Gartler. Erstellt am 04. Februar 2021 (06:01)

Armin Blutsch, seit 1971 in verschiedensten Funktionen bei der Freiwilligen Feuerwehr Amstetten tätig und seit 25 Jahren an ihrer Spitze, gibt das Kommando in jüngere Hände.

Sein umfangreiches Fachwissen stellt er aber auch in Zukunft als aktives Mitglied zur Verfügung. Als Landesfeuerwehr-Kommandantstellvertreter ist Blutsch noch bis zur nächsten Wahl am 26. März 2021 im Amt. Seine Funktion auf Bundesebene als Vizepräsident des Bundesfeuerwehrverbandes endet im Juni 2022.

„Wichtig war mir die Einsatzbereitschaft“

„Wichtig war mir immer, die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr herzustellen und dass genug Personal mit dem entsprechenden Fachwissen vorhanden war. Das klingt zwar einfach, ist es aber nicht. Die Einsätze bewegten sich auf den verschiedensten Ebenen und außer einem größeren Flugzeugabsturz war in meiner bisherigen Dienstzeit alles dabei“, erläutert Blutsch seine Maxime.

Der Einsatz sei das Maß aller Dinge. Viele Menschen würden die Feuerwehr ja nur von den Festen und Übungen kennen.

Zahlreiche einschneidende und unvergessliche Ereignisse hat er in all den Jahrzehnten erlebt. „Ein historischer Einsatz, bei dem man als Feuerwehrmann dabei gewesen sein muss, war der Megabrand in der Papierfabrik Mondi-Neusiedler im Jahr 2001, bei dem 8.500 Tonnen Papier zwei Wochen gebrannt haben. 27 Millionen Liter Wasser wurden damals gebraucht“, erinnert sich Blutsch.

Als herausragende Highlights in positiver Sicht nennt er die Landesfeuerwehrleistungsbewerbe 2008 und das Landesfeuerwehrjugendlager 2016 in Amstetten. Auch die Feierlichkeiten anlässlich des 150-jährigen Jubiläums im Jahr 2018 – am 3. August 1868, also bereits ein Jahr nach der verfassungsmäßigen Verankerung der Vereinsfreiheit gründeten Männer des Turnvereins die Freiwillige Feuerwehr Amstetten – gehören zu den Höhepunkten.

Ein tragisches Erlebnis wird ihm auch immer in Erinnerung bleiben: Während eines gemeinsamen Motorradausfluges mit Feuerwehrkameraden 2004 in Italien kam Alois Mathy bei einem Motorradunfall ums Leben.

Genug Personal als Problem in der Zukunft

Eine der größten Herausforderungen für die Freiwillige Feuerwehr in der Zukunft sieht Blutsch darin, immer ausreichend und gut ausgebildetes Personal zur Verfügung zu haben.

Armin Blutsch, der in seiner bisherigen Dienstzeit auf über 5.400 Einsätze und Übungen zurückblicken kann und der vor Kurzem seinen 60. Geburtstag feiern konnte, zieht für sich persönlich ein positives Resümee seiner Amtszeit. „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!“