Berglandmilch: Mit Vollgas in die Energiezukunft

Erstellt am 27. Juli 2022 | 03:15
Lesezeit: 3 Min
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Bei der Eröffnung (von links): Berglandmilch-Geschäftsführer Josef Braunshofer, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Berglandmilch-Obmann Stefan Lindner.
Foto: Otmar Gartler
Mit großen Investitionen im Bezirk Amstetten läutet Berglandmilch eine nachhaltige Klimaoffensive und Unabhängigkeit von fossiler Energie ein.
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Teil der Klimaoffensive der Berglandmilch, Österreichs größter Molkerei, ist die neue Abwasserreinigungs- und Biogasanlage in Neufurth, die nach rund einjähriger Bauzeit am 21. Juli offiziell eröffnet und in Betrieb genommen wurde. Sie kostete abzüglich Förderungen rund 19 Millionen Euro.

Gereinigt werden hier nur Molkereiabwässer, keine häuslichen Abwässer. Am Standort in Aschbach war die Kapazitätsgrenze bei der alten Kläranlage erreicht worden.

Die Biogasanlage wird mit den Feststoffen der Reinigungsanlage gespeist. Das entstehende Gas kann direkt in der Molkerei genutzt werden. Damit werden bis zu 30 Prozent des Gasbedarfes gedeckt und gleichzeitig jährlich 4,6 Millionen Kilogramm CO₂ eingespart. Um zu fast 100 Prozent unabhängig von fossilen Energieträgern zu werden, ist am Standort in Aschbach auch ein Biomasse-Heizkraftwerk (um sieben Millionen Euro) geplant, das im Laufe des Jahres 2023 in Betrieb gehen soll.

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Die neue Abwasserreinigungsanlage am Standort Neufurth. Im Hintergrund die Milchsammelwagenreinigungshalle.
Foto: Foto Otmar Gartler

„Wir möchten den eingeschlagenen Weg einer nachhaltigen Milchverarbeitung konsequent weitergehen. Ein Zurück zu klimaschädlichen fossilen Alternativen wie Erdgas soll es nicht geben. Alle unsere großen Molkereistandorte werden binnen Jahresfrist auf Biomasse- und Biogasbetrieb umgestellt sein“, erläuterte Berglandmilch-Geschäftsführer Josef Braunshofer. Die Kläranlage sei für Berglandmilch kein einzelnes Projekt, es gehe um das Thema Nachhaltigkeit.

So habe man etwa vor drei Jahren entschieden, auf Glasflaschen umzustellen und seit letzter Woche mit Wörgl, Aschbach-Markt und Voitsberg drei Standorte für die Abfüllung und kurze Transportwege. Unterstützt wird dieser Weg vom Land Niederösterreich: „Der Ukraine-Krieg und die Pandemie haben uns vor Augen geführt, wie wichtig die Versorgungssicherheit ist. Da geht es um die Gewissheit, dass wir genug Lebensmittel haben ebenso wie um die Frage, ob wir genug Energie haben und was diese Energie kostet. Sollte es zu einer Energielenkung durch den Bund kommen, muss es Sicherheit für die Lebensmittelproduktion geben, denn sonst bleiben zwar Wohnungen warm, aber die Supermärkte leer“, sagt Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

Unabhängig von russischem Gas

Mit ihren Investitionen macht sich die größte Molkerei Österreichs de facto unabhängig von russischem Gas und erhöht damit auch die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln für ganz Österreich. Neben der gleichzeitigen Errichtung einer neuen Milchsammelwagenreinigungshalle zur maximalen Nutzung von Synergien liefert die benachbarte Firma Swarco aus ihrer Abwärme die benötigte Energie für die Reinigung der Milchsammelwägen und auch für die Beheizung des Biogasfermenters, der eine ständige Temperatur von 37 Grad Celsius benötigt.

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