Erstellt am 25. Juni 2015, 06:21

von Daniela Rittmannsberger

Seifenkistencup ist „einfach ein Riesenspaß“. Willi Absenger organisiert heuer zum zehnten Mal den Seifenkistencup im Bezirk. Der ehemalige Unternehmer begeistert jedes Jahr zahlreiche Kinder für den rasanten Sport.

Für die NÖN geht Alina Grasl aus Biberbach an den Start. Willi Absenger und Papa Markus Leutgeb stehen ihr tatkräftig zur Seite.  |  NOEN, Rittmannsberger

Die letzten Unebenheiten werden glatt geschliffen, der Lack erneuert: Zurzeit herrscht Hochbetrieb in der Werkstatt von Seifenkisten-Mastermind Willi Absenger in Ober-Aschbach. Im Freien und im Ganzkörperschutzanzug - „ansonsten schau ich von Kopf bis Fuß aus“ – werkt der Zeillener gerade an seiner 79. Seifenkiste, einer sogenannten „Elite XL“, die vor allem für größere Jugendliche und Erwachsene zum Einsatz kommt.

Zehnte Seifenkistencup in Stift Ardagger

Nach zwei Rennen in Kematen/Ybbs und Zeillern geht der mittlerweile zehnte Seifenkistencup am 28. Juni in Stift Ardagger in die finale Runde. Das rasante Rennen in der sogenannten „Seifenkiste“ erlebte seine Blütezeit vor allem in den 50er Jahren, danach geriet es langsam in den Hintergrund.

Willi Absenger selbst scheint die Liebe zum „Speed“ in die Wiege gelegt; er startete in jungen Jahren zunächst aber mit einem anderen Sport: Den Motorbootrennen. Mit 22 Jahren kam er durch einen Freund zum Racing Team Albatros in Amstetten, wo er bald mit einem Speedboot rund 180 Kilometer pro Stunde über das Wasser „flog“ und viele Erfolge feierte.

1980 kam dann die Kehrtwende: Sein bester Freund verunglückte tödlich bei einem Rennen, Willi beendete daraufhin seine Karriere und konzentrierte sich auf den Aufbau seines Unternehmens und die Familie. Vor zehn Jahren sprach ihn dann ein Freund an, ob er nicht gemeinsam mit dem ÖAMTC etwas für die Jugend auf die Beine stellen könnte. Der 65-jährige überlegte nicht lange und meinte: „Dann machen wir halt ein Seifenkistenrennen.“

Unternehmen für originelle Seifenkisten begeistert

Und so geschah es. Willi Absenger schaffte es, immer mehr namhafte Unternehmen aus ganz Österreich für seine originellen Seifenkisten zu begeistern und zahlreiche Seifenkisten in Eigenregie zu bauen. Dabei gilt es, vor allem beim Gewicht der wendigen Fahrzeuge einiges zu beachten.

Die „Junior“-Seifenkisten beispielsweise werden mit eigenen Gewichten zum Körpergewicht des Kindes ergänzt, um mit jeweils insgesamt 90 Kilo gleiche Bedingungen für alle Teilnehmer zu schaffen. Absenger organisiert nicht nur den Seifenkisten-Cup in der Region, sondern nimmt mit seinen Schützlingen auch an Staats-und Europameisterschaften teil.

Neben dem Spaß schult das Fahren mit der Seifenkiste auch ganz andere Bereiche: vor allem die Reaktionsfähigkeit. Ziel ist es, am kürzesten Weg möglichst schnell ins Ziel zu gelangen. Aber: Es ist keine Schande, zu bremsen.“ Das nächste Rennen geht am 28.6. in Stift Ardagger über die Bühne.