Hochsaison für Eier-Erzeuger. Rund 80 Millionen Eier werden dieser Tage verspeist. Sie alle stammen aus heimischer Produktion.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 14. April 2019 (05:57)
Hermann Knapp
Heimische Gastronomiebetriebe wie der Landgasthof Berndl in Krenstetten setzen auf regionale Produkte (von links): Bezirksbauernkammerobmann Josef Aigner, Wirt Herbert Berndl, der Obmann der österreichischen Frischei-Erzeugergemeinschaft Franz Kirchweger, Wirtin Cornelia Berndl und Bezirksbauernbundobmann Anton Kasser.

Ostern ist sozusagen der Valentinstag der Eierproduzenten: Zwischen 75 und 80 Millionen Eier werden in Österreich dieser Tage gefärbt und an den Mann und die Frau gebracht.

Jeder Österreicher verzehrt zu Ostern im Schnitt zehn Eier. „Sie können dabei sicher sein, dass es heimische Eier sind, weil der Handel bei Frischeiern auf österreichische Produktion setzt. Wer sich selbst überzeugen will, kann auch noch die Kennzeichnung auf dem Ei überprüfen.

Da findet sich die siebenstellige Nummer des Betriebes, ein AT für Österreich und die Zahl, die die Art der Hühnerhaltung anzeigt. 0 steht für Bio, 1 für Freiland und 2 für Bodenhaltung“, berichtet Franz Kirchweger, Eierproduzent in Aschbach.

Er beliefert neben dem Handel auch noch Wirte in der Region wie etwa das Landgasthaus Berndl in Krenstetten. Aber auch im Landesklinikum Amstetten bekommen die Patienten Ostereier vom Betrieb Kirchweger serviert.

Der Aschbacher ist seines Zeichens auch Obmann der österreichischen Frischeier-Erzeugergemeinschaft. Insgesamt gibt es in Österreich rund 2.000 Eierproduzenten mit rund sechs Millionen Legehennen.

Die Selbstversorgungsrate ist in den letzten Jahren im Land wieder deutlich gesteigen und liegt inzwischen bei 90 Prozent. Und das, obwohl die heimischen Produzenten gegen starke ausländische Konkurrenz antreten müssen, die bei der Produktion kostechnisch eindeutig Vorteile hat. „Denn bei uns ist die Käfighaltung seit 2009 verboten und mit 1.1.2020 sind auch ausgestaltete Käfige endgültig untersagt. Für die EU gilt das nicht und außerhalb der EU ist sogar noch der konventionelle Käfig in Verwendung“, berichet Kirchweger.

Dadurch komme es natürlich zu einer Wettbewerbsverzerrung. Das sieht auch Bezirksbauernbundobmann Anton Kasser so: „Konsequent wäre natürlich gewesen, mit dem Käfigverbot in Österreich auch die Einfuhr von Käfigeiern zu verbieten. Das ist aber bis jetzt leider nicht geschehen“, sagt der VP-Politiker.

Auf Schihütten gib es oft ukrainische Eier

Kirchweger berichtet, dass vor allem auf Wiener Märkten nach wie vor auch ausländische Frischeier verkauft würden. Überhaupt nicht feststellen lasse sich, –¨auch im Handel – woher die Eier kommen, die in Fertigprodukten verarbeitet wurden: Nudeln, Kuchen, Halbfertiggerichte etc.

„Gerade deshalb fordern wir ja auch schon seit Jahren eine Herkunftskennzeichnung sowohl beim Frischei als auch bei anderen Produkten. „In der Gastronomie ist das gerade bei uns am Land schon vielfach gang und gäbe, aber in der Systemgastronomie, also bei Fastfood-Ketten und auch zum Beispiel auf Schihütten überhaupt nicht. Wenn der Wirt da schreiben müsste, dass es heute frischen Kaiserschmarren aus ukrainischen Käfigeiern oder Flüssigei aus Uruguay gibt, dann würden sich viele Gäste wohl nicht dafür entscheiden“, vermutet Kirchweger.

Kasser und auch Bezirksbauernkammerobmann Josef Aigner sehen das genauso. „Die Kennzeichnungspflicht ist einfach eine Überlebensfrage für unsere Bauern. Das betrifft nicht nur die Eiererzeuger, sondern auch alle anderen Sparten“, sagt Kasser. Aigner verweist darauf, dass Niederösterreich anderen Ländern und auch dem Bund einen Schritt voraus ist. „Denn bei uns gibt es in Großküchen schon die Kennzeichnungspflicht. Immerhin ist aber im Regierungsübereinkommen vorgesehen, dass sie bundesweit eingeführt werden soll.“

Den Gastronomen kann die Politik das nicht vorschreiben, die Bauernvertreter hoffen allerdings darauf, dass immer mehr es freiwillig machen. „Die Erfahrung der Gastronomen, die es schon tun, zeigt, dass die Kunden es goutieren“, sagt Kirchweger.